Arbeitsmarkt
Erholung nach Lockdown
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Die Erwerbslosenquote belief sich im II. Quartal auf 4,6%, die wirtschaftlichen Effekte der Corona-Pandemie haben vollständig auf den Arbeitsmarkt durchgeschlagen. Im Juni ist die Zahl der geschätzten Erwerbslosen im Vergleich zum Mai noch immer um 25.000 Personen angestiegen. Gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres erhöhte sich die Jugendarbeitslosigkeit (15-24-Jährige) um 4,0 Prozentpunkte auf 14,7%, der 25-54-Jährigen um 1,4 Prozentpunkte auf 4,2%. Die Erwerbslosenquote der 55-74-Jährigen blieb mit 2,6% praktisch unverändert. Jeder fünfte Erwerbslose sucht seit mindestens einem Jahr einen Arbeitsplatz. Die durchschnittliche Dauer der Erwerbslosigkeit sank um 6,4 Monate auf 8,0 Monate.
Dank der Maßnahmen der Regierung konnten trotz Corona-Effekten mehr als 260.000 Arbeitsplätze gerettet werden, erklärte Sándor Bodó, Staatssekretär im Technologieministerium. Wegen Corona haben 100.000 Personen ihren Job verloren. Jetzt müsse mit weiteren Maßnahmen jenen geholfen werden, die auf den Arbeitsmarkt zurückkehren möchten. Die Analysten machen darauf aufmerksam, dass Ende des Sommers das Kurzarbeitergeld ausläuft bzw. modifiziert wird, obzwar die Auftragslage und Einnahmen der Unternehmen nicht auf das Vorkrisen-Niveau zurückkehren werden. Die Erwerbslosenquote ist entgegen den Erwartungen weiterhin niedrig, da zahlreiche Arbeitslose von der Statistik noch nicht erfasst wurden. Die Analysten der ING Bank prognostizieren deswegen ein weiteres Ansteigen der Erwerbslosenquote bis Ende des Jahres auf 7-8%. Gábor Regős, Chefanalyst der Századvég-Wirtschaftsforscher, sieht wiederum eine allmähliche Verbesserung der Beschäftigungslage, obgleich Tourismus und Gastronomie sowie Unterhaltungsindustrie noch weit entfernt von ihren Beschäftigungszahlen vor der Corona-Krise sind.
