Jahresauftakt der DUIHK
Engagement in herausfordernden Zeiten
Der Veranstaltungsort hätte passender nicht sein können: Der Kulturkomplex Millenáris steht auf dem Gelände der früheren Ganz-Werke – einem der früher international bedeutendsten ungarischen Industrieunternehmen. Der heutige Sitz der DUIHK liegt auf der anderen Straßenseite und gehörte früher der Eigentümerfamilie Ganz.
Unter den 250 Gästen des Jahresauftakts waren auch die Botschafter Deutschlands und Ungarns, Julia Gross und Dr. Péter Györkös, wie auch István Joó, Chef der staatlichen Investitionsagentur HIPA als einem der wichtigsten strategischen Partner der Kammer.
„Deutsche und Ungarn gemeinsam“
Der Jahresauftakt informiert seit vielen Jahren über die Pläne der Kammer und die Rahmenbedingungen, die die Tätigkeit der Mitglieder im neuen Jahr prägen werden. Die deutsch-ungarischen Wirtschaftsbeziehungen haben in den vergangenen Jahrzehnten ein beispiellos hohes Niveau erreicht, dass auch für die Zukunft eine breite und belastbare Basis für die Zusammenarbeit bietet. Zugleich wurde aber auch klar angesprochen: Die Unternehmen und Volkswirtschaften beider Länder stehen im globalen Wettbewerb vor großen Herausforderungen und Unsicherheiten. Umso wichtiger ‒ das konnte man als Hauptbotschaft des Abends mitnehmen ‒ sind das kontinuierliche und sachliche, ergebnisorientierte Gespräch zwischen allen Akteuren, sowie verlässliche, faire und zukunftsorientierte Rahmenbedingungen seitens der Wirtschaftspolitik.
Das war auch eine der Hauptaussagen von Kammerpräsident András Sávos. Er verwies darauf, dass es im vergangenen Jahr – dem 30. Jubiläumsjahr der DUIHK – besonders viele Gespräche mit der Regierung gab, um im direkten Gespräch Fragen zu klären, die deutsche Unternehmen in Ungarn bewegen, und die wirtschaftspolitischen Absichten besser zu verstehen.

Sávos erklärte: „Ich denke, wir alle sind uns einig, dass die hervorragende wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern kein Geschenk ist, sondern etwas, an dem wir hart arbeiten müssen – Deutsche und Ungarn gemeinsam, im Dialog. Bei allen Unterschieden müssen wir nach gemeinsamen Lösungen suchen.“ Und er appellierte: „Wir wünschen eine planbare, stabile, wachstumsfreundliche Wirtschaftspolitik in diesem Land, sowohl für die ungarischen als auch die deutschen Akteure. Es braucht ein regulatorisches Umfeld, auf das die Firmen langfristig und berechenbar bauen können.“
Der Kammerpräsident verkündete zudem, dass die Mitgliederzahl der DUIHK trotz widriger Umstände 2023 erneut gewachsen sei, auf nunmehr 934.
Kammer als neutraler Berater
Kammer-Geschäftsführerin Barbara Zollmann stellte konkrete Projekte und Veranstaltungen vor, mit denen die DUIHK im neuen Jahr für die deutsch-ungarischen Wirtschaftsbeziehungen wirbt. Neben klassischen Service-Angeboten für Unternehmen gehören dazu auch Initiativen, mit denen z.B. die Fachkräfte-Sicherung oder Nachhaltigkeit und Energieeffizienz unterstützt werden, etwa mit der Berufsorientierungskampagne „TechCsajok“, dem Prädikat „Verlässlicher Arbeitgeber“ oder Qualifizierungsangeboten zur Energieeinsparung in Betrieben.

Zollmann erinnerte daran, dass die Kammer die unabhängige Interessenvertretung ihrer Mitglieder sei, zugleich aber als offizielle Vertretung auch Teil der Außenwirtschaftsförderung der Bundesrepublik Deutschland. In dieser Rolle sei die DUIHK sowohl Mitgliederorganisationen als auch professioneller Partner und neutraler Berater für die Unternehmen und die wirtschaftspolitischen Entscheidungsträger beider Länder.
Dialog ist notwendig
Der Vorstandsvorsitzende der Investitionsförderagentur HIPA, István Joó, betonte in seiner Rede, dass seit 2014 über 200 deutsche Firmen Investitionsförderungen durch den ungarischen Staat erhielten. DUIHK und HIPA haben bereits vor zehn Jahren, 2014, eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen, in der sie eine enge Zusammenarbeit bei der Förderung deutscher Investitionen in Ungarn vereinbarten.

Joó bestätigte die Aussagen von DUIHK-Präsident Sávos. „Wir brauchen den Dialog, denn nur so können wir die Positionen des anderen kennenlernen und für eventuell auftretende Probleme Lösungen finden, die für beide Seiten akzeptabel sind“, meinte Joó. Und er wurde noch deutlicher: „Der Dialog ist auch deshalb notwendig, weil wir in einem Jahrzehnt der Unberechenbarkeit leben. Das globale wirtschaftliche Umfeld hat uns vor Herausforderungen gestellt, auf die ‒ das kann man sagen ‒ niemand vorbereitet war.“
Der Jahresauftakt der DUIHK stand also durchaus im Zeichen von Gemeinsamkeiten in Bezug auf die Wirtschaft. Es bleibt zu hoffen, dass dies auch in der Politik zur Maxime wird.
