Inflation
„Eingefrorene“ Preise
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Nur die Kerninflation legte wieder leicht (um 0,2% auf 4,2%) zu, informierte das Zentralamt für Statistik (KSH) am Dienstag. Die gegenüber dem September stagnierenden Preise kamen so zustande, dass gleich drei relevante Warengruppen einen Preisrückgang verzeichneten: Lebensmittel, Dienstleistungen und Kraftstoffe. Ohne das Gastgewerbe fielen die Lebensmittelpreise um 0,4%, im Dienstleistungssektor schlugen die außerhalb der Hauptsaison sinkenden Preise für Urlaubsleistungen (-0,9%) zu Buche. An den Tankstellen wurde der Sprit um 1,1% billiger.
Auf Jahresebene sind die Dienstleistungen (+6,7%) an die dritte Stelle der großen Preistreiber gerutscht. Das ist aber nur ein mittlerer Wert, denn rund ums Auto und den (Sommer-) Urlaub wurde praktisch alles zweistellig teurer. Auf der Ebene der Warengruppen liegen Tabakwaren und Spirituosen (+7,5%) aktuell an zweiter Position. Spitzenreiter ist erstaunlicherweise die Haushaltsenergie (+10,7%), denn das Kontingent für die amtlich gestützten Gastarife reicht augenscheinlich immer weniger Verbrauchern – in der Folge zogen die Gaspreise (rein technisch) um sage und schreibe 23,7%, die Strompreise immerhin um 2,1% an.
Die Lebensmittelpreise (+3,9%) haben sich in der Zwischenzeit von einigen Ausnahmen (Eier, Schokolade, Kaffee) abgesehen beruhigt. Diese Einschätzung trifft erst recht für die langlebigen Verbrauchsgüter zu (+2,4%).
Der starke Forint sorgt derzeit für „eingefrorene“ Preise. Daneben gilt der staatliche Eingriff in die Handelsspanne für immer mehr Grundnahrungsmittel sowie Haushaltschemie. Mit Hilfe dieser zwei Faktoren könnte die Inflationsrate am Jahresende unter 4% und im neuen Jahr weiter unter 3% sinken. Doch irgendwie muss der künstlich unter dem Deckel gehaltene Druck entweichen, weshalb Beobachter für 2026 mit einem neuerlichen Anstieg der Inflationsrate auf Werte um 4-5% rechnen.
