Ministerpräsident Viktor Orbán kommentierte die 40 Stunden in den USA, darunter den vereinbarten Finanz-„Schutzschirm“, in den Sozialmedien mit: „Wir machen Ungarn groß!“ Foto: Facebook/ Viktor Orbán

Finanzstabilität

Dollar als Stütze des Forint?

Experten gehen davon aus, dass der vom Ministerpräsidenten erwähnte „Schutzschirm“ für Ungarns Finanzsystem eine Art Dollar-Swap sein dürfte.

Der Investmentexperte Viktor Zsiday schrieb in seinem Finanzblog, es dürfte sich um eine Swap-Line der FED oder des Finanzministeriums der USA handeln, ähnlich wie US-Präsident Donald Trump diese Stütze bereits Argentiniens Präsident Javier Milei zusagte. Konkret würde die Ungarische Nationalbank (MNB) im Notfall an größere Mengen US-Dollars gelangen können, um spekulative Angriffe auf den Forint abzuwehren oder eine Abkehr ausländischer Anleger vom Anleihemarkt zu kompensieren.

Zsiday wunderte sich, warum der Ministerpräsident den Schutzschirm in einer Zeit erwähnte, da der Forint einen Höhenflug erlebt. „Wenn wir zu schnell fahren und einen Unfall bauen, kann der Swap dem Land ähnlich einem angelegten Sicherheitsgurt helfen. Gefährlich wird es dann, wenn die Regierung am Steuer nun verantwortungslos aufs Gaspedal tritt, also die Staatsausgaben ausufern lässt, in dem Glauben, der Sicherheitsgurt wird es schon richten“, schrieb der Experte in seinem Blog.

Viktor Orbán hatte auf dem Rückflug aus Washington gegenüber dem Nachrichtenportal des Staats-TV M1, hirado.hu, von „unbegrenzten Finanzierungsmöglichkeiten in Amerika“ dank des neuen Schutzschirms gesprochen, mit dem sich alle von der EU in Brüssel zurückgehaltenen Beträge auslösen ließen. „Wenn Ungarn oder sein Finanzsystem fortan unter einem externen Angriff leidet, haben wir die Zusage der Amerikaner, dass sie unsere Finanzstabilität in jedem Fall gewährleisten werden.“ Der Ministerpräsident sprach von spekulativen ebenso wie von politisch motivierten Attacken gegen sein Land und wünschte Brüssel – also der EU-Zentrale, die Ungarn nach Ansicht des Fidesz mit dem Zurückhalten der Fördermittel erpresst – noch einen schönen guten Morgen.

Aber auch die Einstufung der Auslandsschulden durch die Rating-Agenturen bezog Orbán eindeutig in den Kontext ein. „Ungarn muss somit keine großangelegten Pläne von volkswirtschaftlicher Bedeutung auf die lange Bank schieben, weil ich in Brüssel noch zwei oder drei Jahre benötige, um alle unserem Land rechtmäßig zustehenden Gelder heimzuholen.“ Das Ergebnis seiner Übereinkunft mit US-Präsident Donald Trump werde sich im Wechselkurs des Forint niederschlagen, bzw. wenn Ungarn mit weiteren Devisenanleihen auf die internationalen Märkte tritt.

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