Die MTI-Graphik zeigt die Entwicklung der Investitionen in der Volkswirtschaft seit 2002 (Veränderung zum Vorjahr in %).

Investitionen

Dilemma mit Tragweite

Der Abstieg bei den Investitionen setzte sich auch im III. Quartal unvermindert fort.

Saisonal bereinigt ermittelte das Zentralamt für Statistik (KSH) ein Minus zum Vorquartal von 2,2%, im Jahresvergleich summierte sich der Absturz auf 12,1%. Der negative Trend hält an, seitdem die Investitionen im Sommer 2022 das höchste Niveau aller Zeiten erreichten. Einzig das verarbeitende Gewerbe hält derzeit noch dagegen (+6,5% auf Jahresebene), weshalb auch die Investitionen in Maschinen und Ausrüstungen (+7%) selbst in diesem schwierigen Umfeld weiter zunehmen. Die Bauinvestitionen sind derweil zum Vorjahr um mehr als ein Fünftel eingebrochen und bewegen sich aktuell auf einem Fünfjahrestief.

Das Investitions-Dilemma erstreckt sich vom Kultursektor über die Landwirtschaft bis hin zur ITK-Branche. In der Logistik fehlen derzeit sogar 27%, im Immobiliensektor 29% der vorjährigen Investitionsgelder. Hinter diesen dramatischen Zahlen stehen die Flaute im Wohnungsbau und die Zwangspause bei staatlichen Infrastrukturprojekten. Der ungarischen Wirtschaft fehlen nicht nur die EU-Gelder (Transferzahlungen und günstige Kredite), sie leidet auch unter dem Hochzinsumfeld, das viele Projekte unrentabel macht.

In den ersten neun Monaten summierten sich die Investitionen in Ungarns Volkswirtschaft auf 10.215 Mrd. Forint (-10,6%). Daran hielt das verarbeitende Gewerbe wie gehabt den entscheidenden Anteil, wo die Investitionstätigkeit mit 3.305 Mrd. Forint nochmals um 9,5% intensiviert werden konnte. Die Aktivitäten des Immobiliensektors stürzten jedoch um ein Fünftel auf 2.015 Mrd. Forint ab, jene der Logistikbranche sogar um 21,5% auf 1.145 Mrd. Forint.

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