Arbeitsmarkt
Die ominösen Dreihunderttausend
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Diese Zielstellung bis 2030 bekräftigte Wirtschaftsminister Márton Nagy am Mittwoch auf einer Fachkonferenz des Arbeitgeberverbandes VOSZ. Damit würde Ungarn in die TOP3 der EU-27 aufsteigen. Um diese Marke zu erreichen, müsse die noch immer im Lande vorhandene Arbeitsmarktreserve von rund 300.000 Personen grundlegend erschlossen werden.
Reserve aus jungen Menschen
Dies sei gemessen an 4,7 Mio. Beschäftigten eine relativ geringe Zahl, doch handle es sich um Menschen, die nur schwer zu mobilisieren sind. Bemerkenswert: Ein guter Teil dieser Reserve besteht aus jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren. Regional seien die meisten inaktiven Personen in Süd-Transdanubien und in Nordungarn angesiedelt.
Eine Möglichkeit wäre die Ansiedlung von Gewerbe in diesen Gebieten, eine andere die Erhöhung der Mobilität. Die Leute seien zu Anfahrten bis zu 50 km bereit, meinte der Minister, „aber aus Pécs wird niemand einen Job in Kecskemét annehmen, es sei denn, das Wohnungsproblem lässt sich lösen“. Die Regierung arbeite deshalb an einem Programm für mobile Arbeitnehmer, die Steuervergünstigungen auf Miete oder Kredit anrechnen könnten.
Schulungen für Inaktive
Eine weitere Maßnahme seien effiziente Erwachsenen-Schulungen, um Fertigkeiten zu vermitteln, die von den Arbeitgebern nachgefragt werden. Allein dadurch ließen sich kurzfristig rund 20.000 Personen vermitteln und längerfristig rund 50.000 Menschen (um-) schulen.
Nagy wies Kampagnen von Oppositionsparteien zurück, die Ungarn mit Gastarbeitern zu verschrecken. Tatsächlich liege der Anteil von Arbeitnehmern aus Drittstaaten nur bei 2-3% und damit beinahe am niedrigsten unter allen EU-Ländern. Konkret sprach der Minister von 121.000 ausländischen Arbeitnehmern, die aktuell einer geregelten Tätigkeit in Ungarn nachgehen, darunter allein 46.000 Ukrainer und Serben.
