Inflation
Die Gradwanderung mit den Preisen
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Die Verbraucherpreise sind in Ungarn im vergangenen Jahr um durchschnittlich 3,3% gestiegen. Dabei verteuerten sich Nahrungsmittel extrem. Die am Donnerstag vom Zentralamt für Statistik (KSH) vorgestellten Zahlen für den Monat Dezember konnten keine Überraschung mehr bereiten, die Preise legten gegenüber dem November um durchschnittlich 0,3% zu und lagen daraufhin im Dezember um 2,7% über dem Vorjahresniveau. Allerdings zogen die Preise für Tabakwaren am Jahresende heftig um 5,2%, die Kraftstoffpreise um 3,6% an.
Über das Jahr 2020 hinweg verteuerte sich das Leben um 3,3%. Der Preisauftrieb einzelner Warengruppen fiel dabei extrem aus der Reihe, so für Lebensmittel (+7,2%) bzw. für Tabakwaren und Spirituosen (+6,9%). Der Warenkorb für Rentner verteuerte sich laut KSH um 3,8%. Am Jahresende stellte sich diese Entwicklung noch markanter dar: Da kosteten Tabakwaren bereits 14,4% mehr, als zwölf Monate zuvor, unter den Lebensmitteln Speiseöl 13,7%, frisches Obst und Gemüse 11,8%, Zucker 11,7% und das Kantinenessen 10,2% mehr. Die gegenläufigen Trends bei den Kraftstoffpreisen sorgten dafür, dass diese im Dezember zwar um 3,6% im Vergleich zum November teurer wurden, aber selbst mit diesem Preisanstieg gerechnet noch immer um 4,5% unter dem Preisniveau vom vorigen Dezember lagen.
Welche Gradwanderung die Ungarische Nationalbank (MNB) mit ihrer Geldpolitik betreibt, zeigt der Indikator der Kerninflation an, die im Jahresmittel 2020 gleich 4,1% erreichte. Im Dezember lag die Kerninflation sogar um mehr als einen Prozentpunkt über dem Verbraucherpreisindex. Schon seit 2019 befindet sich dieser für die MNB weitaus relevantere Indikator oberhalb von 3%, der dabei wiederholt sogar nach oben aus dem Inflations-Zielband (von 3 +/- 1%) austrat. Analysten rechnen für 2021 mit einer steigenden Inflation, was wegen der erhofften schnellen Erholung der Volkswirtschaft nur zu natürlich wäre.
