Sprachkenntnisse

Deutsche Sprache ist mehr gefragt

Deutschkenntnisse gewinnen am ungarischen Arbeitsmarkt wieder an Bedeutung. Die Nachfrage nach deutschsprachigen Fachkräften ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

In 53% der seit Januar 2024 ausgeschriebenen Stellenanzeigen erwarten Arbeitgeber Sprachkenntnisse, bei Bürotätigkeiten liegt dieser Anteil mit 68% noch höher. Laut einer Umfrage des Jobportals profession.hu ist Englisch nach wie vor die meistgefragte Fremdsprache, jedoch gewinnt Deutsch zunehmend an Bedeutung. Während 2023 noch 57% der sprachbezogenen Stellenanzeigen Englischkenntnisse und nur 32% Deutschkenntnisse forderten, ist der Anteil des Englischen 2024 auf 48,5% gesunken, während der Anteil des Deutschen auf 42% gestiegen ist.

Automobilindustrie treibt Nachfrage

Der Hauptgrund für die steigende Nachfrage nach Deutschkenntnissen liegt in der Bedeutung der Automobilindustrie als Schlüsselsektor der ungarischen Wirtschaft. Deutsche Hersteller und ihre Zulieferernetzwerke spielen eine herausragende Rolle als Arbeitgeber. Ungarische Arbeitnehmer, die aus Österreich zurückkehren, stellen eine wichtige Gruppe dar, auf die viele Arbeitgeber angewiesen sind. Als weitere Fremdsprachen werden Französisch von 0,6% und Italienisch von 0,3% der Arbeitgeber am ungarischen Arbeitsmarkt nachgefragt.

Branchenabhängige Gehaltsvorteile

Im Gastgewerbe-, Hotel- und Tourismussektor verlangen 93,5% aller Stellenanzeigen Fremdsprachenkenntnisse als Einstellungsvoraussetzung. Die Bereiche IT, Programmierung und Entwicklung folgen mit 78,5%, während dieser Anteil bei Servicezentren (SSC) 75,5% erreicht. Die größten Gehaltsunterschiede zwischen Stellen mit und ohne Sprachanforderungen finden sich im Gastgewerbe und Tourismus mit 23,5%. Das Finanz- und Rechnungswesen weist eine durchschnittliche Differenz von 14,5% auf, gefolgt von Gesundheitswesen und Pharmazie mit einer Differenz von 13,5%.

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