Inflation
Der Druck weicht nicht
Dabei hielt sich der Anstieg zum Mai mit 0,1% in engen Grenzen, denn während Energie und Dienstleistungen deutlich teurer wurden, stagnierte wenigstens die Lebensmittel-Inflation. Wie das Zentralamt für Statistik (KSH) am Dienstag informierte, schaut die Kerninflation mit 4,4% nun günstiger aus als der Verbraucherpreisindex mit 4,6%.
Weniger erfreulich für die Bürger erwies sich der markante Preisanstieg für Urlaub und Erholung um 2,5-4% allein im Monatsvergleich. Aber auch Benzin, Medikamente und Leitungsgas wurden auffällig teurer. Im Zuge der staatlichen Eingriffe bei der Handelsspanne gaben die Preise für Speiseöl, Eier und Margarine derweil um 1-2,5% nach.
Auf Jahresebene bleibt der Inflationsdruck unser ständiger Begleiter. Die Lebensmittelpreise stiegen im Schnitt um mehr als 6%, Medikamente wurden um 5,5%, Zigaretten um 7% teurer. Wer sich ein neues Auto leisten will, muss mit einem Aufpreis von gut 3,5%, bei Möbeln mit 4,5% rechnen. Mieten und alle Dienstleistungen rund ums Wohnen und ums Auto ziehen immer noch zweistellig an, das Leitungsgas für die Haushalte verteuerte sich um 18,5%, Schmuck sogar um 24%. Letztere Preisspitze wurde noch durch Eier und Mehl übertroffen. Günstiger als vor einem Jahr kann man heute sein Auto betanken (-1%), während das klassische Schnitzel (-2%) und Aufschnitt (-7%) bei diesen konsolidierten Preisen gleich doppelt so gut schmecken. Deutlich günstiger wurden Milchprodukte (-7%) und Margarine (-31%).
Analysten verweisen darauf, dass der Inflationsdruck in der Wirtschaft unverändert präsent ist; von Preisstabilität kann noch lange nicht die Rede sein. In diesem Sinne wird die Ungarische Nationalbank (MNB) noch eine Weile keine Motivation verspüren, den Leitzins von 6,5% zu senken. Für eine Lockerung der Geldpolitik ist die sinkende Kerninflation nicht mehr als eine erste Schwalbe, solange dies nicht von dauerhafter Desinflation begleitet wird.
