Die MTI-Graphik zeigt die Entwicklung des Einzelhandelsvolumens seit 2021 (gleicher Vorjahresmonat = 100).

Einzelhandel

Das Weihnachtsgeschäft florierte

Am Jahresende ist die erhoffte Wende eingetreten: Die zahlungskräftige Nachfrage steigt wieder, die Basiseffekte ziehen die Statistik nicht länger in den Keller.

Im Dezember lag das Einzelhandelsvolumen nach Kalendertagen bereinigt praktisch auf Vorjahresniveau (-0,2%), der im April 2022 einsetzende stetige Abstieg hat nun hoffentlich sein Ende gefunden. Zu laufenden Preisen ermittelte das Zentralamt für Statistik (KSH) ein Rekordvolumen von 1.810 Mrd. Forint und einen bereinigten Anstieg gegenüber dem November um 1,4%. Das Weihnachtsgeschäft florierte vor allem im Lebensmittel-Einzelhandel, der für die Hälfte aller Handelsumsätze steht und wo die Zunahme im Jahresvergleich und ohne die Trafik-Läden gerechnet rund 2,5% erreichte.

Kauflaune noch in Grenzen

Im Kraftstoffhandel ist nun endgültig der Basiseffekt des lange währenden Preisdiktats erloschen: Nachdem die Deckelung der Spritpreise am 6. Dezember 2022 aufgehoben worden war, übertraf das Absatzvolumen an den Tankstellen nunmehr den gleichen Vorjahresmonat um nahezu 4%. Dank der zum 1. Dezember vorgezogenen Anhebung des Mindestlohns um 10-15% stand den Bürgern am Jahresende ganz klar mehr Geld zur Verfügung. Dennoch hielt sich die Kauflaune in Grenzen, denn abseits des Lebensmittelhandels litt das Nonfood-Segment weiter (-3%). Industriewaren (-4,5%), Bekleidung (-6%), Möbel und technische Artikel (-9%) wollten sich die Ungarn auch weiterhin nicht leisten, der Rückgang um 15% in Second-Hand-Geschäften könnte aber von einem neu erwachten Selbstbewusstsein zeugen.

2023 war rabenschwarz

Für 2024 rechnen die Experten übereinstimmend mit einem starken Jahr des Einzelhandels. Neben dem erwarteten Reallohnzuwachs um 5% und mehr wird auch die schwache Basis dazu beitragen können. Im Gesamtjahr 2023 brach der Einzelhandel letztlich um 7,9% ein. Daran hatten die Tankstellen (-19,5%) den Löwenanteil, aber auch Nonfood-Segment (-6,5%) und Lebensmittel (-4,5%) trugen zu einem rabenschwarzen Handelsjahr bei.

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