Die MTI-Graphik zeigt die Entwicklung des Einzelhandelsvolumens seit 2020 (jeweiliger Vorjahresmonat = 100).

Einzelhandel

Das Sparen beginnt bei Lebensmitteln

Seit März geht dem Einzelhandel peu a peu die Luft aus. Im September fiel das Plus zum gleichen Vorjahresmonat auf 3,0% zurück, teilte das Zentralamt für Statistik (KSH) am Dienstag mit.

Ohne den durch das anhaltende Preisdiktat künstlich angekurbelten Kraftstoffhandel verzeichnet die Branche bereits seit Juni Stagnation, der Lebensmittel-Einzelhandel lag in den letzten drei Monaten jeweils um 2-3% unter dem Basiswert. Dass sich die Einzelhandelsumsätze seit dem Frühling um monatlich 1.400-1.500 Mrd. Forint in Rekordhöhen befinden, ist leider zum Großteil der Inflation geschuldet. Diese hat bei Lebensmitteln nach Auskunft von Wirtschaftsminister Márton Nagy mittlerweile atemberaubende 40% (!) erreicht, also doppelt so viel, wie die offizielle Inflationsrate.

Die Ungarn kaufen aber nicht nur absolut weniger Lebensmittel, sie sparen auch bei Tabakwaren, Medikamenten und Kosmetik. Nicht einmal der Online-Handel floriert mehr; was heute noch läuft, sind – neben den erwähnten Tankstellen, die darüber gar nicht glücklich sind – einzig die Second-Hand-Läden.

Dank des starken Starts ins Jahr ist der Einzelhandel im Zeitraum Januar-September insgesamt noch immer um 7,8% gewachsen. Dieser Zuwachs verteilte sich aber auch sehr unproportional auf die Hauptsegmente Kraftstoffhandel (+27%), Nonfood-Segment (+8,5%) und Lebensmittelhandel (+0,5%).

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