Foto: MTI/ Zoltán Máthé

Eisenbahnbrücke

Das Nadelöhr im Süden der Hauptstadt

Die Südliche Eisenbahnbrücke über die Donau wurde nun auch offiziell übergeben.

Staatssekretär Dávid Vitézy sprach von einem Bindeglied zwischen Ost- und Westeuropa.

Am Donnerstag erfolgte die offizielle Übergabe der Donau-Brücke im Süden der Hauptstadt, die von der staatlichen Infrastrukturgesellschaft NIF Zrt. aufwendig modernisiert wurde. Es handelt sich gewissermaßen um ein Nadelöhr in der Personenbeförderung und dem internationalen Güterverkehr, meinte der Verkehrsstaatssekretär des Ministeriums für Technologien und Industrie, Dávid Vitézy.

Am Donnerstag erfolgte die offizielle Einweihung der Brücke, mit Staatssekretär Dávid Vitézy (M.r.). Foto: MTI/ Zoltán Máthé

Denn gleich drei außerordentlich wichtige Korridore der transeuropäischen Verkehrsnetze (TEN-V) verlaufen über diese Brücke. Sowohl die Überseehäfen der Niederlande als auch ganz Spanien werden hier mit dem Balkan, mit Rumänien und dem Schwarzen Meer oder der Ukraine verbunden. Diese Brücke wickelt 90% des Eisenbahnverkehrs zwischen dem Osten und dem Westen Ungarns ab. Deshalb wurde dieses herausragende Verkehrsobjekt nicht nur modernisiert, sondern parallel erweitert.

Ehrgeiziges Projekt

Die NIF nahm 2020 ein Großprojekt in Angriff, das für eine moderne Bahninfrastruktur zwischen dem der Hauptstadt vorgelagerten Bahnhof Kelenföld und dem zentralen Güterbahnhof von Ferencváros sorgen soll. Dazu wurde ein drittes Gleis verlegt, und es entstehen zwei neue Haltestellen auf beiden Seiten der Donau für den Personenverkehr. Die Gesamtkosten des ehrgeizigen Projekts wurden auf 338 Mrd. Forint (rund 845 Mio. Euro) veranschlagt.

Der Staatssekretär erinnerte daran, dass die Erweiterung der Kapazitäten über die Brücke schon 1916 geplant wurde. Generalunternehmer für den Brückenbau war die Duna Aszfalt Zrt. Die zusätzlichen Kapazitäten erlauben Gütertransporte tagsüber, die bislang nur nachts erfolgten und die Anwohner im Schlaf störten. Duna Aszfalt konnte nicht nur den Zeitrahmen halten, auch die Kostenvorgabe wurde nicht gesprengt. Obendrein erfolgte die Rekonstruktion, während der Betrieb weiterlief, indem jeweils nur ein Gleis ausgetauscht wurde.

Der Stahl kam aus Polen

Die rund 510 m lange Brücke überqueren täglich 150 Personen- und Güterzüge. Die Rekonstruktion geschah unter Einsatz modernster Technologien des Lärm- und Schwingungsschutzes. Die Stahlträger wurden in Polen gefertigt, deren Vormontage aus 20 m langen Teilen in Csepel geschah. Dann wurden 80-90 m lange Teilkonstruktionen mit Spezialschiffen von unten eingesetzt, um dann mit über 40.000 Schrauben und zig Kilometer langen Schweißnähten verankert zu werden. Die Brücke selbst, mit einem Gesamtgewicht von 8.480 t, kostete netto 36 Mrd. Forint.

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