Zsiday-Blog

„Das ist ziemlich tragisch“

Ungarn hat wahrscheinlich das idealste Jahrzehnt seiner tausendjährigen Geschichte hinter sich.

Das schreibt der Blogger Viktor Zsiday in einem neuen Beitrag mit dem Hinweis auf die Niedrigzinsen und die EU-Transfers.

„Noch nie in der Geschichte des christlichen ungarischen Staates gewährte uns wer auch immer kostenlose Zuwendungen dieser Dimensionen“, meinte der bekannte Anlageberater. Dieser Abschnitt sei aber nun zumindest halbwegs zu Ende, da Zinsen und Energiepreise steigen. Ungarn kann aber leider keine tolle Bilanz ziehen: Die Wirtschaft wuchs zwischen Finanzkrise und Corona-Krise (2008-2019) im Durchschnitt nur um 1,9% pro Jahr, gemessen an durchschnittlich 3,5% im vorangegangenen Jahrzehnt. Selbst wenn man die Zeitleiste auf 2012 anpasst (um die europäische Rezession als Folge der Weltwirtschaftskrise auszuklammern), ergeben sich nur 2,6% im Schnitt. „Mit dem größten Rückenwind der Welt konnte Ungarns Wirtschaft gerade mal um 2-2,5% jährlich wachsen – das ist ziemlich tragisch“, resümiert der Finanzexperte.

Es müsse sich dringend etwas ändern, wenn Ungarn nicht „auf ewig Balkan bleiben“ will. Zsiday rät konkret dazu, das Bildungswesen von Grund auf zu reformieren (und die Bezüge der Lehrer mindestens zu verdoppeln), die systemimmanente Korruption zu beseitigen, die Verwaltungsprozesse zu digitalisieren und zu beschleunigen. Ohne diese Maßnahmen wird auch auf lange Sicht keine Chance bestehen, Österreich einzuholen – wie sich das die Ungarn seit Jahrhunderten erträumen.

Ein Gedanke zu “„Das ist ziemlich tragisch“

  1. Da ist einiges dran. Die Gyurcsány Leute würden es nicht besser machen, eher wieder sehr viel schlechter, das wissen die Ungarn bzw. sagen es. Daher sollten sich alle Fidesz-treuen mal überlegen, wie sie das Land modernisieren. Dazu gehört vor allem, dass man Lehrer/innen nicht schlechter bezahlt als die Kassiererin an der ALDI-Kasse! Das wird sich in Bälde dramatisch rächen.

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