Lohnerhöhungen
Bei Multis unter 6%
Dieser Artikel ist Teil unseres Bezahl-Angebots BZ+
Wenn Sie ein Abo von BZ+ abschließen, dann erhalten Sie innerhalb von 12 Stunden einen Benutzernamen und ein Passwort, mit denen Sie sich einmalig einloggen. Danach können Sie alle Artikel von BZ+ lesen. Außerdem erhalten Sie Zugang zu einigen speziellen, sich ständig erweiternden Angeboten für unsere Abonnenten.
Das geht aus einer Erhebung des Wirtschaftsforschungsinstituts GKI vom Januar hervor, an der sich 850 Unternehmen beteiligten. Nach Mitarbeitern gewichtet fällt der geplante Anstieg mit 6% noch knapper aus; bei einer Inflationsrate von 4% wie von GKI erwartet würde der Reallohn der Beschäftigten somit nur um 2% zunehmen. Im Handel, Dienstleistungssektor und auch in der Industrie sind die Unternehmen laut Umfrage bereit, die Löhne etwas dynamischer anzuheben, das Baugewerbe (+5%) zieht den Durchschnitt jedoch herunter.
Interessant an der Umfrage erscheint, dass die kleinsten Firmen und die Mittelständler die Löhne ihrer Mitarbeiter eher etwas dynamischer anheben, während sich die Multis im Schnitt mit weniger als 6% begnügen wollen. GKI merkt dazu an, dass bei Letzteren das Lohnniveau allgemein höher liegt.
Der Durchschnitt verbirgt aber auch teils dramatische Unterschiede: Denn immerhin 22% der befragten Unternehmen planen mit zweistelligen Lohnerhöhungen, die Hälfte mit 5-9% mehr Lohn, wohingegen jedes sechste Unternehmen weniger als 5% und jedes achte Unternehmen rein gar nichts draufpacken will. Unterm Strich würde beinahe jeder fünfte Arbeitnehmer Einbußen beim Reallohn hinnehmen müssen, für drei Viertel würden die Löhne auch inflationsbereinigt steigen.
Das GKI verweist schließlich auf die Sonderregeln in der Einkommensteuer, die Mütter mit zwei und mehr Kindern begünstigen, jungen Arbeitnehmern mit Erreichen des 25. Lebensjahres aber das „Privileg“ der befristeten Befreiung von der Einkommensteuer nehmen.
