Business Services
Bald 300 Zentren?
Diese Zahl nannte der Regierungsbeauftragte und Chef der staatlichen Investitionsagentur HIPA, István Joó, auf der Fachkonferenz „Business Services Hungary 2025“ am Donnerstag in Budapest. Unmittelbar vor der Corona-Krise beschäftigten 120 SSC bereits rund 55.000 Mitarbeiter in Ungarn, heute zählen Zentren dieser Art, hinter denen nun schon 245 Unternehmen stehen, nahezu 120.000 hochqualifizierte Mitarbeiter. Die HIPA hat seit ihrem Gründungsjahr 2014 zu 116 Investitionsentscheidungen mit 22.000 Arbeitsplätzen in diesem Sektor beigetragen. Damit erreicht diese Branche die dritthöchste Förderbreite nach Automobil- und Elektronikindustrie. Und das Interesse an Ungarn reiße nicht ab; aktuell verhandele die Agentur mit 15 potenziellen Investoren.
Potenzial abseits der Hauptstadt
Unternehmen aus Ost und West finden ebenso wie eine wachsende Zahl einheimischer Unternehmen ihre Kalkulationen bestätigt – diese Vielfalt kommt den hochgebildeten, Fremdsprachen beherrschenden jungen Menschen entgegen. Bis 2030 strebt die HIPA ungarnweit 300 SSC mit 150.000 Beschäftigten an, blickte Joó in die gar nicht so ferne Zukunft. Dabei gehe es darum, eine bessere geographische Balance zu erreichen. Heute halten die Zentren außerhalb von Budapest einen Anteil von 20% bei den Arbeitsplätzen, doch Universitätsstädte wie Debrecen, Pécs oder Szeged besitzen noch weit mehr Potenzial.
KI-Trend mitprägen
In der Welt der KI-gesteuerten, generativen unternehmensnahen Dienstleistungen möchte Ungarn nicht länger den Trends folgen, sondern diese selbst mitprägen. Der Anstieg des Anteils von Ingenieuren unter den Mitarbeitern binnen weniger Jahre um das Vierfache auf nun 12% deute darauf hin, dass sich die Technologien dieser Zentren bereits spürbar entwickeln. Damit eröffne sich eine neue Dimension für die wissensbasierte ungarische Wirtschaft, konstatierte der HIPA-Chef.
