DUIHK-Geschäftsführerin Barbara Zollmann, Klaus Streicher, Ständiger Vertreter und Leiter des Krisenstabs in Ungarn, Botschafter Johannes Haindl, Andreas Köhler, Co-Head of CEE German Practice bei CMS Budapest, Ihor Olekhov, Head of Banking & Finance bei CMS Kiew und Viktor Göltl, Co-CEO von WHC (im Uhrzeigersinn von oben links). Screenshot: DUIHK

DUIHK / Ukraine-Krieg

Auswirkungen auf deutsche Firmen in Ungarn

Unter den tragischen Eindrücken des Krieges in der Ukraine lud die Deutsch Ungarische Industrie- und Handelskammer (DUIHK) vergangenen Freitag zu einer Sonderveranstaltung ein.

Die Betroffenheit ist auch in der deutsch-ungarischen Geschäftswelt groß, da sowohl menschlich als auch wirtschaftlich enge Beziehungen zu den Konfliktparteien bestehen. Die aktuelle Bedeutung der Thematik und die Fragen zu humanitären und rechtlichen Aspekten in der Krise zeigte sich in der hohen Anmeldezahl: Trotz der kurzfristigen Ankündigung wurde die Veranstaltung von 90 Interessierten besucht.

Hohes Maß an Hilfsbereitschaft

Zahlreiche Unternehmen haben bereits ihre Bereitschaft erklärt, den Betroffenen in der Ukraine helfen zu wollen und die nach Ungarn geflohenen Menschen zu unterstützen. DUIHK-Geschäftsführerin Barbara Zollmann betonte die Sorge um die Menschen aus dem Nachbarland und verwies auf Informations- und Beratungsangebote, die in Zusammenarbeit mit dem globalen Kammernetzwerk bereitgestellt werden.

Das hohe Maß an Hilfsbereitschaft spiegelt sich laut Botschafter Johannes Haindl auch in den zahlreichen Anfragen wider sich an Hilfsmaßnahmen beteiligen zu wollen, welche die deutsche Botschaft aktuell erreichen. Klaus Streicher, Ständiger Vertreter und Leiter des Krisenstabs in Ungarn, berichtete zudem, dass die ungarischen Behörden einen geordneten Ablauf in den Grenzregionen gewährleisten würden. Nichtsdestotrotz ist die deutsche Botschaft ebenfalls mit einer Anlaufstelle für deutsche Staatsangehörige in der Grenzregion präsent.

Auswirkungen auf vertragliche Verpflichtungen

Andreas Köhler, Partner bei CMS, ging in seinen Ausführungen der Frage nach, welche Auswirkungen die Situation auf vertragliche Verpflichtungen hat. Unterstützt wurde er von seinem ukrainischen CMS-Kollegen Ihor Olekhov, der nach dem Kriegsausbruch mit seiner Familie in Buda­pest Zuflucht gefunden hat. Insbesondere der Umgang mit Verträgen, die aufgrund von militärischen Handlungen oder Sanktionen nicht erfüllt werden können, stellt derzeit ein zentrales Thema für Management und Rechtsabteilungen dar.

Abschließend erläuterte Viktor Göltl, Geschäftsführer von WHC, die Auswirkungen auf den ungarischen Arbeitsmarkt, der in hohem Maße von Beschäftigten aus der Ukraine abhängig ist. Unternehmen sollten sich auf die langfristige Integration von Flüchtlingen einstellen, was neben finanzieller auch psychologische Unterstützung erfordern wird.

Aktuelle Informationen für Unternehmen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine finden Sie auf der Sonderseite www.duihk.hu/ukraine, unter anderem zum Geschehen an der ungarisch-ukrainischen Grenze, zu Sanktionen sowie zu Organisationen, die Spenden entgegennehmen.

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