Prognose
Aufschwung lässt auf sich warten
Die Experten der Erste Bank Hungary rechnen bei einer mittleren Jahresinflation von 4,7% nur noch mit 0,5% Wachstum. Die Aussichten haben sich wegen der für die EU unvorteilhaften Zollvereinbarung mit den USA weiter eingetrübt. Unter den laufenden Großprojekten dürfte einzig das BMW-Werk in Debrecen am Jahresende für Wachstumsimpulse sorgen können. Auch der so inständig herbeigeflehte Aufschwung in Deutschland lasse weiter auf sich warten. Weil das deutsche verarbeitende Gewerbe offenbar zu sehr auf chinesische Exporte setzte, werden sich auch die ungarischen Exportaussichten in naher Zukunft nicht aufbessern.
Für Senkungen des Leitzinses durch die Ungarische Nationalbank (MNB) sehen die Erste-Experten hierzulande keinen echten Spielraum (zumal die Lebensmittel-Inflation durch staatliche Eingriffe unterdrückt wird). Dennoch könnte es am Jahresende im Zuge von Zinssenkungen der EZB und der FED auch bei der MNB eine positive Entscheidung geben. Wahrscheinlicher wäre aber, dass die MNB damit die zu Jahresbeginn üblichen Preiskorrekturen abwartet. Diese könnten nämlich wegen der anstehenden Wahlgeschenke der Orbán-Regierung höher ausfallen, als den Währungshütern lieb sein kann.
Gleichzeitig erteilten die Experten der Erste Bank Hungary Spekulationen eine Abfuhr, Ungarn könnte sein Investmentgrade verlieren und (zuerst bei S&P) in den Ramschstatus gelangen. Das sei nämlich nicht durch die Fundamente gerechtfertigt, zumal die Defizitpläne erst mittelfristig bedroht sind. Der stabile Forint als positive Überraschung des Jahres 2025 könnte sich bis Ende kommenden Jahres in einem schmalen Band um 400-410 zum Euro aufhalten. (Am Freitag erstarkte die Notierung in die Nähe von 390 Forint – so wenig mussten die Ungarn für einen Euro seit dem Frühsommer 2024 nicht mehr bezahlen.)

Dann kann es eben niemand mehr besser machen, solange die Multis und ihre Marionetten von links bis Mitte so mächtig sind.
Damit ist Ungarn doch nicht allein. Fast allen westlichen Ländern geht es so.
Hauptursachen sind die Kriege in der Ukraine und Israel und die stetig schwankende Zollpolitik von Trump gegenüber fast allen Ländern der Welt.