Arbeitsmarkt
Auf hohem Niveau eingefroren
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Für den Monat April schätzte das Zentralamt für Statistik (KSH) rund 2.000 Beschäftigte mehr als im März auf der Ebene der Volkswirtschaft. Seit mittlerweile anderthalb Jahren bewegt sich der Gesamtwert um 4,7 Mio. Vollzeitbeschäftigte. Die Zahl der bei den Arbeitsämtern registrierten Arbeitslosen ging im Laufe des vierten Monats um 8.000 Personen zurück, so dass sich Ende April noch rund 235.000 Personen auf Jobsuche befanden. Abgesehen vom Jonglieren mit den Zahlen der ABM-Kräfte und jener Ungarn, die ihr Glück vorübergehend im Ausland versuchen, verweisen die Statistiken auf einen Arbeitsmarkt, der auf hohem Niveau eingefroren ist. Die Erwerbslosenquote ist seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs leicht auf 4% gestiegen, doch angesichts unterbrochener Lieferketten und einer durch die Sanktionen angeheizten Energiekrise spricht auch diese Zahl eher für einen robusten Arbeitsmarkt.
Gastarbeiter herzlich willkommen
Die Regierung macht sich nun daran, die Regelungen für Gastarbeiter zu lockern. Experten beziffern die einheimische Arbeitsmarktreserve auf rund 300.000 Personen, während mittlerweile 90.000 Stellen (dauerhaft) unbesetzt sind. Dass Angebot und Nachfrage nicht aufeinandertreffen, liegt zuvorderst an fehlenden Qualifikationen und fehlender Mobilität. Kritiker meinen, die staatlich geförderten Arbeiterwohnheime seien eindeutig auf Gastarbeiter – aus fernen Ländern – ausgelegt, die ohne Familie anreisen. Offiziell ist die Rede von mittlerweile 80.000 Ausländern aus Drittländern, unter denen aber drei Viertel Serben und Ukrainer sein sollen. Für die Anwerbung von Arbeitskräften aus einem weiteren Dutzend Ländern bis nach Fernost und Lateinamerika schafft der Gesetzgeber nun Erleichterungen. Das stehe, argumentiert der Fidesz, im Einklang mit dem Heranholen immer neuer Investitionen, um den Konjunkturmotor am Laufen zu halten.
