Die MTI-Graphik zeigt die Entwicklung des Leitzinses der MNB seit Mitte 2020.

Leitzins

Angeglichene Sätze

Am Donnerstag hob die Ungarische Nationalbank (MNB) den Einlagensatz erwartungsgemäß um 50 Basispunkte auf 7,75% an.

Damit beendet die MNB vorerst ihr System von zwei divergierenden „Leitzinssätzen“, das mehr Verwirrung als Nutzen stiftete und deshalb längst scharfen Kritiken unterlag. Bekanntlich hatte der Währungsrat der MNB auf seiner monatlichen Zinssitzung am Dienstag den Leitzins überraschend deutlich um 185 Basispunkte angehoben. Am oberen Ende des Zinskorridors sind Tageskredite nun schon mit 10,25% verzinst. Das maßgebliche Zinsniveau wurde aber wohl auch deshalb dermaßen korrigiert, weil die Tschechen ihren Leitzins jüngst auf 7% heraufsetzten, obgleich die tschechische Wirtschaft der Krise weit mehr als die ungarische entgegenzusetzen hat. (Polens Leitzins hinkt nun mit 6% hinterher.)

Die scharfe Kehrtwende in der bislang eher kraftlosen Geldpolitik hat nach Ansicht der Analysten der rekordschwache Forint ausgelöst. Für einen Euro mussten am Montag in der Spitze beinahe 405 Forint gezahlt werden, worauf die MNB am Dienstag mit der deftigen Zinsanhebung reagierte. Seither tauchte der Kurs immerhin bis unter 395 HUF/EUR ab. Die grundlegenden Risiken sind aber nicht aus der Welt; es ist nicht mehr auszuschließen, dass der Leitzins demnächst in den zweistelligen Bereich vorstößt. Für den Forint wird sich die Lage sicher erst entspannen, wenn der Ukraine-Krieg ein Ende findet bzw. wenn eine Einigung mit der EU-Kommission hinsichtlich der eingefrorenen Transfers gelingt.

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