Energieversorgung
Acht grüne Gigawatt
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Mittlerweile können rund 300.000 private Haushalte einen Teil ihres Strombedarfs dank moderner Solartechnik autark abdecken. Das mindert den Ausstoß an Schadstoffemissionen, belastet aber wegen der instabilen Einspeisung zugleich die veralteten Netze. Das Umspannwerk von Jászberény ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein unglücklicher Brandfall nach einer Havarie zur Modernisierung führt. „Was wir hier wegen eines Feuers ausgebessert haben, muss im gesamten Netz geschehen“, kommentierte Energieminister Csaba Lantos (M.) bei der Neueinweihung des Umspannwerks mit Blick auf die moderne Messtechnik.
Der Solarboom hat Ungarn binnen weniger Jahre Kapazitäten ca. 7.700 MW in PV-Anlagen verschafft; zusammen mit den rund 300 MW bei Windrädern erreicht der Kraftwerksanteil der erneuerbaren Energien heute ca. 8 GW. An der Stromerzeugung sichert die Solarenergie ein Viertel zu, womit Ungarn selbst Chile und Griechenland in den Schatten stellt. Damit Ungarn einen Blackout wie soeben auf der Iberischen Halbinsel erlebt vermeidet, braucht es weit mehr Energiespeicher, mahnte der Minister. In Spanien und Portugal blieben rund 60 Mio. Menschen einen halben Tag ohne Strom.
Die MVM-Gruppe plante 2022 die Modernisierung des Umspannwerks Jászberény. Während der laufenden Investition kam es zu dem Feuer, das den Gewerbepark der Stadt sowie knapp 30.000 Einwohner für einen Nachmittag ohne Strom beließ. Der Versorger stellte die provisorische Energieversorgung mit Hilfe von zwei Dutzend Generatoren sicher. Der Neubau des Umspannwerks kostete das staatliche Versorgungsunternehmen rund 6 Mrd. Forint. Einschließlich der Rekonstruktion eines benachbarten Umspannwerks investiert MVM in der Gegend etwa 10 Mrd. Forint. Heute verfügt die Gruppe zudem über ein mobiles Umspannwerk, das für mehrere 100 Mio. Forint angeschafft wurde, um für ähnliche Havarien gewappnet zu sein.
