MOL-Gruppe
Was kostet der Einstieg in Serbien?
Das sagte Serbiens Präsident Aleksandar Vucic einem Fernsehsender live in Belgrad. Der Kaufpreis bezieht sich auf 56,2% am serbischen Mineralölkonzern NIS, die bislang von zwei Gasprom-Gesellschaften gehalten wurden. Die Russen mussten sich notgedrungen zurückziehen, weil die US-Regierung Sanktionen über NIS verhängte und den Serben quasi den Ölhahn zudrehte, um den russischen Einfluss in der Region zurückzudrängen.
Vucic äußerte nicht nur bemerkenswert freimütig die angebliche Kaufsumme – was die MOL-Gruppe verständlicherweise nicht kommentierte –, er behauptete obendrein, der serbische Staat hätte gerne das Doppelte bezahlt, um selbst die Kontrolle bei NIS zu übernehmen. Warum das Geschäft zwischen Serben und Russen nicht zustande kam, könne er jedoch nicht verraten, weil das die nationalen Interessen seines Landes verletzen würde.
Zwar bliebt die Offenbarung des serbischen Präsidenten ohne Reaktion von Seiten der Ungarn, MOL-CEO Zsolt Hernádi sagte jedoch fast zeitgleich auf einer Energiekonferenz am Montag in Budapest: „Unsere Gruppe ist dank einer klaren Rollenverteilung mit dem Staat, der nur den Rahmen vorgibt, uns jedoch das Geschäftsrisiko überlässt, zu einem maßgeblichen Akteur in der Region aufgestiegen. Wir haben Positionen ausgebaut, die nicht auf politischen Parolen basieren, sondern indem wir auf Infrastruktur, Investitionen und Versorgungssicherheit setzen. Das schafft die wirtschaftlichen Grundlagen für eine echte Energiesouveränität.“
