SPAR

Von Übergewinnen keine Spur

Die Regierung hört sich den Standpunkt der Handelsketten gewöhnlich an, berücksichtigt deren Argumente aber nur selten.

Das sagte Gabriella Heiszler, Geschäftsführerin der SPAR Magyarország Kft., dem Wirtschaftsportal penzcentrum.hu.

In diesem Sinne habe es auch keine Konsultationen zu den Sondersteuern gegeben. Heiszler zufolge erzielten Lebensmittelhändler im langjährigen Mittel Gewinnspannen von 2%, die Sondersteuer wird Ketten wie SPAR aber ab 2023 mit 4,1% belegen. Von Übergewinnen im Einzelhandel könne keine Rede sein, zumal die Branche schon bislang mit zusätzlichen Steuern belastet wurde. Das Investitionsvolumen von zuletzt 90 Mio. Euro werde SPAR so nicht halten können.

Wegen der hohen Inflation beginne eine Umorientierung der Kunden in Richtung billigerer Produkte, an denen die Händler weniger verdienen. Die ungarische SPAR-Chefin zieht Parallelen zur Wirtschaftskrise von 2008/09, als der Privatverbrauch um 5% einbrach – ähnliche Effekte erwarte sie ab Herbst. Der Preisstopp für einzelne Grundnahrungsmittel verursachte SPAR bereits in den ersten drei Monaten Verluste von 1,1 Mrd. Forint. Versorgungsengpässe befürchtet die Geschäftsführerin aber nicht.

Ein Gedanke zu “Von Übergewinnen keine Spur

  1. Mir kommen die Tränen. Wenn gar nichts mehr hilft, schließen sie einfach den Laden und der Konsument kann sehen, wo er ersatzweise einkaufen kann, bevor sie ein Minus machen. Wenn sie wegen einer Steuer weniger Einnahmen haben, erhöhen sie die Preise, beschränken das Warenangebot oder ziehen sich ganz aus dem Markt zurück, um keine Verluste zu machen. Es wird am Ende sowieso alles auf den Steuerzahler und die Konsumenten abgewälzt.

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