OMV

Ungarische Tankstellen vor Schließung?

Die erneute Inbetriebnahme der OMV-Raffinerie in Schwechat wird sich durch eine Beschädigung der Hauptdestillationsanlage verzögern.

Dies könnte zu Versorgungsproblemen führen, schrieben Medien in Ungarn, was OMV jedoch umgehend dementierte. Die österreichische Regierung gab einen Teil der Kraftstoffreserven frei.

OMV könnte ihre Tankstellen in Ungarn schließen, berichtete das Onlineportal vg.hu am Samstag. Die in der OMV Raffinerie in Schwechat erzeugten Produkte werden in Österreich und in den angrenzenden Ländern Mittel- und Osteuropas verkauft. Die Österreicher betreiben in Ungarn rund 200 Tankstellen und beliefern 17-19% des ungarischen Benzinmarktes und 13-15% des Dieselmarktes.

Da in Ungarn der Kraftstoffpreis für ungarische Fahrzeughalter auf 480 Forint/l gedeckelt wurde und europaweit Benzin und Diesel deutlich teurer sind, sind ausländische Lieferanten nicht daran interessiert, den ungarischen Markt zu bedienen. Die Auswirkungen sind bereits spürbar, denn die Importe sind mittlerweile drastisch zurückgegangen. Der Marktanteil von Mol bei Diesel ist von 70% auf über 80% gestiegen. OMV war bislang das einzige Unternehmen, dass weiterhin Produkte nach Ungarn lieferte; sollte OMV ausfallen, wird Mol nicht in der Lange sein, die wegbrechenden Importe zu kompensieren.

Mol habe wegen des Zwischenfalls in Schwechat die eigene anstehende Instandhaltung der Raffinerie Százhalombatta auf August und Oktober verschoben. Dadurch schrumpft die Kraftstoffproduktion im August um etwa ein Drittel. Experten zufolge gebe es für diese beiden Monate keine Lösung zur Gewährleistung der reibungslosen Versorgung.

Das Ministerium für Technologie und Innovation reagierte am Samstag umgehend und dementierte Versorgungsprobleme in Ungarn. Die heimische Produktion und die Reserven würden ausreichen, um den Bedarf der Bevölkerung zu decken. Ungarn verfügt über bedeutende strategische Reserven, die im Notfall genutzt werden können.

4 Antworten auf “Ungarische Tankstellen vor Schließung?

  1. Die Orban Regierung dementiert also.
    Na dann gibt es ja keinen Grund zur Sorge – auch wenn diese Entwicklung schon ganz zu Beginn des Preisdiktats absehbar war.

    MOL macht zwar im Ausland satte Gewinne, aber die Verluste im Inland schmerzen auch das Fidesz-Unternehmen.

      1. Es ist ja auch sehr schwierig etwas zu dementieren. 😉

        Weil Österreich die nationalen Reserven natürlich gerne für den Export zur Verfügung stellt – zumal, wenn es ein Verlustgeschäft ist.
        Sicherlich hilfreich ist dabei, dass die Österreicher selbst einen höheren Benzinpreis zahlen müssen, während der österreichische Steuerzahler die ungarischen Tankkunden subventioniert. 🙂

        Hat denn MOL ebenfalls dementiert, dass das Limit der Produktion erreicht ist und Probleme drohen?

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