BC Gen (Bumchun) Kft.
Personalabbau wegen Nachfrageflaute
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„Bei Bumchun findet die zweite Entlassungswelle statt – nur Gastarbeiter dürfen bleiben“, betitelte der Parlamentsabgeordnete Sándor Berki seine Pressemitteilung an die amtliche Nachrichtenagentur MTI. Die neuerdings unter dem Firmennamen BC Gen Hungary Kft. agierende Bumchun Kft. habe bereits am Ende des vorigen Jahres rund 60 Mitarbeiter der ungarischen Stammbelegschaft fristlos entlassen, um die Positionen anschließend mit Gastarbeitern aus Vietnam aufzufüllen. Obendrein nutze das Unternehmen nach Darstellung des Oppositionspolitikers schamlos die großzügige Förderpolitik der Orbán-Regierung aus, die seit 2020 insgesamt rund 3,6 Mrd. Forint an Zuschüssen gewährte. Diese Summe wird mehr als verdoppelt, nachdem die Koreaner im Sommer eine Anschlussinvestition im Wert von 21 Mrd. Forint (52,5 Mio. Euro) ankündigten.
Verstimmung wegen Leiharbeitern
Das Wirtschaftsministerium leitete wegen der Massenentlassungen eine Untersuchung ein. Diese stellte zwar kleinere Verstöße gegen das Arbeitsrecht fest, sah die „vorübergehenden“ Entlassungen jedoch als gerechtfertigt an, angepasst an die schwankende Produktion. Damit solche Schwankungen von den Firmen nicht mit Gastarbeitern ausgeglichen werden, wurden die Regelungen für Leiharbeitsfirmen und Arbeitnehmer aus Drittstaaten zuletzt mehrfach verschärft. Grundsätzlich dürften Gastarbeiter nur zum Einsatz gelangen, wenn der Arbeitgeber nachweisen kann, die betreffende Stelle nicht mit Einheimischen besetzen zu können.
Der Párbeszéd-Politiker ist überzeugt, dass die Südkoreaner diese Vorschriften missachten und den Austausch ungarischer Arbeitskräfte gegen Gastarbeiter vorantreiben. Das geschehe bei einer Arbeitslosigkeit um 10% im Komitat Nógrád. Berki erinnerte daran, bereits zu Jahresbeginn im Fachausschuss des Parlaments beantragt zu haben, den Anteil von Gastarbeitern bei Firmen grundsätzlich auf max. 10% zu beschränken. Diesen Antrag hätte die Fidesz-Mehrheit im Ausschuss verworfen. „So bleibt den Ungarn das Elend, weil sich die Orbán-Regierung an Stelle der einheimischen Arbeitnehmer auf die Seite des ausländischen Kapitals schlägt.“
Kapazitäten kaum ausgelastet
Die im Gewerbepark von Salgótarján angesiedelte BC Gen Kft. gab am Mittwoch eine offizielle Stellungnahme heraus. Darin verweist das Management auf die allgemein bekannte Flaute bei der Verbreitung der Elektromobilität. Die Nachfrage nach den eigenen Produkten – Komponenten von Batteriezellen – sei auf ein Viertel (!) der über die vergangenen Jahre systematisch aufgebauten Kapazitäten zurückgefallen. Das Unternehmen beteuert, beim unvermeidlichen Personalabbau alle Rechtsnormen einzuhalten. Die meisten Mitarbeiter seien von sich aus bzw. im Einvernehmen gegangen, die Entlassungen treffen genauso von Leiharbeitsfirmen vermittelte Gastarbeiter aus Kirgisistan, Vietnam, der Slowakei und der Ukraine. Die BC Gen halte sich weiter an die Verpflichtungen, die man gegenüber dem ungarischen Staat im Zeichen der Investitionsförderung eingegangen ist. Die neuen Investitionsprojekte liegen derzeit wegen der bekannten Marktlage auf Eis, werden aber realisiert, sobald die Nachfrage nach Elektroautos wieder zunimmt.
Erstaunlicherweise kündigten die Südkoreaner noch im Sommer eine weitere Investition im Volumen von 56,3 Mio. Euro an, mit der 400 zusätzliche Arbeitsplätze in Ungarns Norden entstehen sollten. Konkret sollten die bestehenden zwei Fertigungslinien um vier Linien ergänzt werden, die Mitarbeiterzahl hätte sich ungefähr verdoppelt. Im Jahre 2023 erzielte die BC Gen Hungary Kft. Nettoumsatzerlöse in Höhe von 29,2 Mrd. Forint (gut 75 Mio. Euro).

