Sowohl der elektrische GLB als auch die Variante mit Hightech-Hybrid-Motor können flexibel auf derselben Linie laufen. Foto: Mercedes-Benz Group AG

Mercedes-Benz Kecskemét

Das zweite vollelektrische Modell

In Kecskemét beginnt der Hochlauf des neuen elektrischen Mercedes-Benz GLB.

Der ungarische Standort ist in einem flexiblen europäischen MMA-Produktionsverbund mit dem Stammwerk Rastatt verbunden und fertigt mit dem neuen GLB nach dem EQB bereits das zweite vollelektrische Entry-Modell. Noch in diesem Jahr wird der GLB mit modernem Verbrenner-Antrieb folgen. Sowohl der elektrische GLB als auch die Variante mit Hightech-Hybrid-Motor werden am Standort flexibel auf derselben Linie laufen.

Foto: Mercedes-Benz Group AG

Innovationen, KI, Automatisierung

Im Rahmen des Mercedes-Benz Business Planes fließt seit 2022 rund 1 Mrd. Euro in den Standort. Das 2012 eröffnete Werk beschäftigt aktuell rund 4.500 Mitarbeiter. Mit einem Teil der Investitionen wurden die Flexibilisierung der bestehenden Produktionslinien sowie die durchgehende Digitalisierung vorangetrieben. Neben innovativen Produktionstechnologien kommen KI und erhöhte Automatisierung zum Einsatz. So wurde der Umbau der neuen Produktionslinie mithilfe hochpräziser digitaler Simulationstechniken konfiguriert und optimiert, wodurch erhebliche Potenziale bei Bauzeit und Kosten realisiert werden konnten. Zudem kommt in der Produktion des neuen GLB das Mercedes-Benz Operating System (MB.OS) in der Serienproduktion zum Einsatz, das kontinuierliche Updates der Fahrzeugsoftware über die Mercedes Intelligent Cloud ermöglicht.

Damit erreicht der 2012 in Betrieb genommene Standort das nächste Level der Produktion. Dank der Integration von KI-Applikationen im digitalen Produktions-Ökosystem von Mercedes-Benz, kurz MO360, sowie der erfolgreichen Implementierung von MB.OS arbeitet das Werk im globalen Mercedes-Benz Produktionsnetzwerk hocheffizient. Erneut ermöglichte die virtuelle Inbetriebnahme dem Unternehmen einen schnellen und reibungslosen Umbau der Hallen, ohne dabei die bestehende Produktion langfristig zu unterbrechen.

Ein neues Kapitel

„Der Start der Serienproduktion des vollelektrischen GLB markiert den Beginn eines neuen Kapitels am Mercedes-Benz Standort Kecskemét. Ich freue mich, dass dieser Alltagsheld mit bis zu sieben Sitzen künftig unseren Kunden in aller Welt zusätzlichen Raum für Spontanität und gemeinschaftliche Aktivitäten bietet“, meinte Michael Schiebe, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz Group AG für Produktion, Qualität & Supply Chain Management. „Der Start der Serienproduktion des neuen elektrischen GLB ist ein großer Schritt für das Mercedes-Benz Werk Kecskemét – effizient in der Montage, innovativ in den Prozessen und gewohnt flexibel bei der Integration verschiedener Antriebe“, ergänzte Jens Bühler, Leiter der Produktion und Standortverantwortlicher des Mercedes-Benz Werks Kecskemét, der besonders stolz auf das hohe Engagement des gesamten Teams ist, dessen motivierte Zusammenarbeit den reibungslosen  Umbau ermöglichte.

Der Produktionsvorstand der Mercedes-Benz Group AG, Michael Schiebe, bezeichnete das neue Modell als „Alltagshelden“. Fotos: MTI/ Csaba Bús
Symbolischer Produktionsstart durch den Geschäftsführer der Mercedes-Benz Manufacturing Hungary Kft., Jens Bühler (r.), im Beisein von Handelsminister Péter Szijjártó (l.).

Am besten gleich vor Ort

Als global agierendes Unternehmen mit mehr als 30 Werken weltweit verfolgt Mercedes-Benz grundsätzlich eine Local-for-Local-Strategie. So werden u. a. die Pressteile der Karosse im werkseigenen Presswerk hergestellt, was Transportwege und Emissionen reduziert. Auch die neu entwickelten Antriebsbatterien für den vollelektrischen GLB stammen erstmalig aus der neuen Batteriemontage am Standort.

Seit 2022 sind die eigenen Fahrzeugproduktionsstandorte von Mercedes-Benz bilanziell CO2-neutral. Bis 2030 ist vorgesehen, mehr als 70% des Energiebedarfs in der Produktion durch erneuerbare Energien zu decken. Im Zuge der laufenden Baumaßnahmen errichtet Mercedes-Benz am Standort Kecskemét eine PV-Anlage. Darüber hinaus liegt ein besonderer Fokus auf der kontinuierlichen Reduzierung des Wasserverbrauchs und des Abfallaufkommens.

Szijjártó dankt für Vertrauen

Bei der offiziellen Zeremonie zum Produktionsstart am Montag sprach Handelsminister Péter Szijjártó von bis zu 350.000 Autos jährlich, die Kecskemét künftig ausliefern könne. Damit komme Ungarn seinem strategischen Ziel näher, als Autoland jährlich eine Million Pkw zu fertigen.

Der Standort Kecskemét sei ein wichtiger Eckpfeiler der Entwicklungsstrategie des deutschen Premiumherstellers und ein stabiles Fundament des Zukunftsportfolios. Mercedes-Benz habe hier das zweitgrößte Werk im Konzern und das größte Automobilwerk Ungarns aufgebaut. Szijjártó hob gesondert hervor, dass der Investor den ungarischen Ingenieuren erstmals F+E-Tätigkeiten bei der Entwicklung von Prototypen anvertraut.

Als größter Arbeitgeber der Region habe Mercedes-Benz Kecskemét enormen Anteil daran, dass sich das Volumen der Industrieproduktion im Komitat Bács-Kiskun binnen zehn Jahren auf 3.800 Mrd. Forint (knapp 10 Mrd. Euro) mehr als verdoppeln konnte. Landesweit wurden zur gleichen Zeit rund 450 Großprojekte in der Automobilindustrie realisiert, die mit einem Gesamtvolumen von 6.800 Mrd. Forint für ungefähr 65.000 Arbeitsplätze sorgten und den Produktionsausstoß der Branche in Dimensionen weit oberhalb von 10.000 Mrd. Forint beförderten. „All das wäre nicht möglich geworden ohne das Vertrauen der deutschen Unternehmen in Ungarn. Für das wir alles tun, denn wir garantieren die Sicherheit von Investitionen und Arbeitsplätzen“, fügte der Handelsminister hinzu.

Foto: MTI/ Csaba Bús
Foto: Mercedes-Benz Group AG

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