Die Stickstoffwerke Pét produzieren seit Anfang Februar wieder. Foto: Sozialmedien/ NM Zrt.

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Inhaber freigesprochen

Das Tafelgericht Debrecen hat den Großunternehmer László Bige rechtskräftig vom Verdacht der Bestechung freigesprochen.

Damit folgte das Gericht dem Urteilsspruch erster Instanz. Der Staatsanwalt hatte gegen jenes Urteil des Gerichtshofes Nyíregyháza Berufung eingelegt, um die Schuld des Angeklagten doch noch festzustellen. Dem Multimilliardär László Bige, der zu den reichsten Männern Ungarns gehört, wurden dubiose Geschäfte innerhalb der eigenen Unternehmensgruppe und mit Geschäftspartnern vorgeworfen, mit denen er Preise manipuliert, Rechnungen gefälscht und Käufer bestochen haben soll. Bige sprach von Anfang an von einem konzeptionellen Gerichtsverfahren mit dem Ziel, ihn als Konkurrenten im Agrarsektor loszuwerden (was im Interesse des OTP-Bankchefs und Bonafarm-Besitzers Sándor Csányi hätte sein können). Während des laufenden Verfahrens bot der Milliardär den Oppositionsparteien seine Unterstützung vor den Parlamentswahlen 2022 an, um den Fidesz an der Macht abzulösen.

Niederlage gegen „Forbes“

Im Übrigen hatte Bige einen anderen Prozess gerade erst im Januar verloren: Er verklagte noch 2021 das Wirtschaftsmagazin „Forbes“, es habe seine Milliarden für die TOP-Liste der reichsten Ungarn falsch berechnet. Der Rechtsstreit durchlief inklusive Neuauflage des Verfahrens insgesamt fünf Instanzen, ehe der eigenwillige Milliardär rechtskräftig nachgeben musste. Auf der aktuellen Forbes-Liste vom Dezember 2023 findet sich László Bige mit einem auf 161,6 Mrd. Forint (425 Mio. Euro) geschätzten Vermögen nur noch auf Platz 12 der reichsten Magyaren. Allein die Bonafarm-Gruppe seines Agrarrivalen Sándor Csányi soll derweil 320 Mrd. Forint wert sein.

Es wird wieder Dünger produziert

Die Nitrogénművek (NM) Zrt. gab gerade erst zum 1. Februar bekannt, die seit Monaten stillgelegte Produktion von Stickstoffdünger wieder aufgenommen zu haben. Das Unternehmen betonte zu jeder Zeit, den anfallenden Bedarf im Inland sicherstellen zu können. Trotz der Zwangspause, die u. a. mit den hohen Energiepreisen erklärt wurde, veräußerte die NM-Gruppe allein im Januar noch 80.000 t Dünger auf Exportmärkten.

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