MÁV-Volán-Gruppe
Großeinkäufe, große Pläne
Das erklärte Verkehrsminister János Lázár auf einer Pressekonferenz am Montag. Die Kapazitäten der Bahn werden um ein Viertel ausgeweitet, die Pünktlichkeit der Züge soll 88% erreichen, das Lebensalter der Busse im Schnitt auf acht Jahre sinken. Geplant ist die Beschaffung von 280 IC-Wagen, teils aus heimischer Produktion, sowie der Zukauf von rund 100 Triebzügen, die nur wenige Jahre auf dem Buckel haben, aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Weitere 25 moderne Triebzüge will man aus EU-Geldern finanzieren, und es soll Einkäufe von 120-140 Triebzügen aus China geben.
Anbindung als Bürgerrecht
Den Nah- und Fernverkehr mit Bussen und Bahnen nehmen täglich 4,5 Mio. Menschen in Anspruch, zu Preisen, die nur in vier anderen EU-Ländern unterboten werden. Am 1. Dezember tritt eine neue Rechtsnorm zur Personenbeförderung in Kraft, die es als Bürgerrecht deklariert, dass jeder Dorfbewohner mindestens drei Anschlussmöglichkeiten mit dem Regionalverkehr in die Kreisstadt am Tag erhält. Diesen Standard erfüllt der Staat heute in 2.200 Ortschaften, verfehlt diesen jedoch in weiteren 1.000 Orten, während 500 Dörfer überhaupt nicht angebunden sind.
Der 170 km lange Abschnitt der Bahnstrecke Budapest-Belgrad sei zu 95% technisch fertiggestellt, das mehr als 2 Mrd. Euro teure Projekt endet noch in diesem Jahr, versicherte der Minister. Er habe nach den „Ereignissen in Serbien“ eine umfassende Überprüfung der Bauarbeiten angeordnet.
Züge verkehren pünktlicher
Laut MÁV-CEO Zsolt Hegyi verzeichneten MÁV und Volán bis Ende Juli 700 Mio. Reisende. Die Pünktlichkeit der Züge verbesserte sich um gut zehn Punkte auf 84%. Die in einer Selbstverpflichtung zugesagten Ausschüttungen an Reisende wegen Verspätungen seien bisher mit 316 Mio. Forint geringer als erwartet ausgefallen. Mittlerweile werden 300 IC-Züge täglich auch während der Fahrt gereinigt, die Hälfte der Züge verkehrt mit modernen Toiletten. Volán nahm im Sommer 130 moderne Credobus Econell Next in die Flotte auf, der Gesamtauftrag für den einheimischen Hersteller beläuft sich auf 1.000 Busse. Am Jahresende scheiden die letzten Busse mit mehr als 20 Jahren Laufzeit aus, 2027 werden ausschließlich klimatisierte Busse unterwegs sein.
Kommt Sanierung kommunaler Straßen in Gang?
Lázár teilte mit, er habe auf einer Regierungssitzung beantragt, dass Städte ab 2026 mindestens 20% der sog. Solidaritätssteuer „abschreiben“ dürfen, wenn sie das Geld – mehrere 100 Mrd. Forint – zur Instandsetzung kommunaler Straßen verwenden. Die Autobahn M1 wird zunächst zwischen Budapest und Bábolna auf 60 km Länge auf 2×3 Spuren ausgeweitet, wofür bis 2029 rund 800 Mrd. Forint fließen werden. Während im heutigen Ungarn 4,3 Mio. Pkw zugelassen sind (im Vergleich zu 2,9 Mio. im Jahre 2010), wuchs das Netz von Autobahnen und Schnellstraßen auf 2.000 km.
