Der Händedruck von Mercedes-Benz-Vorstand Jörg Burzer mit dem Minister besiegelt die bislang größte Investition des laufenden Jahres. Foto: Außenministerium

UPDATE – Mercedes-Benz Kecskemét

Eine Milliarde Euro für neue Modelle

Mercedes-Benz baut den Werksstandort in Kecskemét intensiv aus: Für 400 Mrd. Forint (rund 1 Mrd. Euro) entstehen neue Fertigungslinien für Elektroautos.

Außen- und Handelsminister Péter Szijjártó sprach am Donnerstag vor Ort von der größten Investition, die im bisherigen Jahresverlauf verkündet wurde.

Es werden zwei Plattformen aufgelegt: Ab 2024 entstehen in Kecskemét Modelle der neuen Plattform MMA (Mercedes Modular Architecture), ab 2025 rein elektrische Modelle der Plattform MB.EA (Mercedes-Benz Electric Architecture). Dazu entstehen neue Kapazitäten in der Montage und im Rohbau, die ausschließlich mit Grünstrom betrieben werden. Darüber hinaus wird der komplette, energieintensive Prozess der Oberflächenbehandlung und Lackierung auf erneuerbare Energien umgestellt.

Erfolgsgeschichte findet Fortsetzung

„Wir setzen die Mercedes-Benz Strategie hin zu ‚electric only‘ im weltweiten Produktionsnetzwerk konsequent um“, erläuterte Jörg Burzer, Vorstand Produktion und Supply Chain Management der Mercedes-Benz AG. Das Werk in Kecskemét habe seine Flexibilität und Kompetenz bezüglich vollelektrischer Fahrzeuge mit dem erfolgreichen Serienstart des EQB in 2021 gezeigt. „Ich bin sicher, dass dieses großartige Team nun seine Erfolgsgeschichte mit den neuen Modellen auf der MMA- und MB.EA-Plattform nahtlos fortschreibt.“

In Kecskemét stellten (v.l.) OB Klaudia Szemerey-Pataki, Außen- und Handelsminister Péter Szijjártó, der Produktionsvorstand der Mercedes-Benz AG, Jörg Burzer, sowie der CEO der Mercedes-Benz Manufacturing Hungary Kft., Christian Wolff, die Weichen für die Zukunft. Foto: MBMH Kft.

„Die neue Produktionsordnung von Mercedes-Benz sichert die Zukunft des Standorts Kecskemét“, hielt Christian Wolff fest. Der CEO der Mercedes-Benz Manufacturing Hungary Kft. sprach von einer großartigen Leistung seines hochqualifizierten und motivierten Teams in den letzten Jahren und sieht eine tolle Zukunftsperspektive. „Das Werk Kecskemét ist und bleibt strategisch bestens aufgestellt – und maximal flexibel mit Blick auf die sich verändernden Kundenwünsche.“ Das Projekt schaffe mittelfristig viele neue Jobs in der Region und biete der bestehenden Kecskeméter Belegschaft hervorragende Weiterentwicklungsmöglichkeiten.

Werksdirektor Christian Wolff begrüßte mit Außenminister Péter Szijjártó einen guten Freund. Foto: Außenministerium
CEO Christian Wolff: „Das Werk Kecskemét ist und bleibt strategisch bestens aufgestellt.“ Foto: MTI/ Csaba Bús

Ungarn ist ein strategischer Standort

Minister Szijjártó sagte in seiner Rede bei der Ankündigung der Investition am Donnerstag, der Konzern bringe die Fertigung von Modellen nach Ungarn, die eine höhere Kategorie verkörpern und somit eine höhere technologische Wertschöpfung erlauben. Neben einer bedeutenden Entwicklung der Infrastruktur werden auch neue Arbeitsplätze entstehen, weshalb der Staat das Großprojekt mit 14 Mrd. Forint (35 Mio. Euro) unterstütze. Hinzu kommen finanzielle Beihilfen für ein spezielles Ausbildungsprogramm, das die Mercedes-Benz Manufacturing Hungary Kft. in Kecskemét auflegen wird.

Dazu unterzeichnete Minister Péter Szijjártó eine Kooperationsvereinbarung mit CEO Christian Wolff, dem Produktionsvorstand der Mercedes-Benz AG, Jörg Burzer, sowie mit der Kecskeméter Oberbürgermeisterin, Klaudia Szemerey-Pataki. Der Außen- und Handelsminister würdigte die nunmehr vierzehnjährige Erfolgsgeschichte und sagte, es erfülle ihn mit Stolz, dass Mercedes-Benz Ungarn als strategischen Standort im Konzernverbund betrachtet.

In der TOP 20 der größten Automobilnationen

Bekanntlich vollzog Mercedes-Benz den Start der Fertigung von Elektroautos in Ungarn im vorigen Herbst. Damals wurde der Kompakt-SUV EQB präsentiert, das erste Elektroauto in Serienfertigung Ungarns. Die Automobilindustrie befinde sich in einem Höhenflug, meinte Szijjártó, der Produktionsausstoß von 3.600 Mrd. Forint in 2010 wurde im laufenden Jahr bereits nach wenigen Monaten übertroffen, bis Ende Mai kamen rekordverdächtige 4.500 Mrd. Forint zusammen. Im vergangenen Jahr erzielte dieser Wirtschaftszweig mit seinen 155.000 Beschäftigten ein Produktionsvolumen von 9.400 Mrd. Forint. Nachdem der Exportanteil 90% erreicht, ist Ungarn in die TOP 20 der größten Automobilnationen aufgestiegen.

Gerüstet für das neue, elektrische Zeitalter

In der globalen Automobilindustrie sei eine Revolution im Gange, die auch Corona-Krise und Ukraine-Krieg nebst Energiekrise nicht ausbremsen konnten. „Aus dieser extrem schwierigen Lage werden sich jene Länder am ehesten befreien, die sich als Standorte bei der Umsetzung der Elektromobilitätsstrategie der größten Automobilkonzerne anbieten“, betonte der Minister. Die Regierung habe sehr viel dafür getan, dass „Ungarn heute einer der wichtigsten Schauplätze der globalen Revolution in der Automobilindustrie, des Übergangs ins elektrische Zeitalter ist“. Abgesehen von Deutschland und China sind die drei deutschen Premiummarken einzig in Ungarn komplett mit Fertigungskapazitäten präsent. Bei den Kapazitäten für Batterien von Elektroautos liege das Land auf dem 3. Platz, unter den Exporteuren auf Platz 5.

Aus keinem Land trafen so viele Investoren in Ungarn ein, wie aus Deutschland. Im bilateralen Handel wurde 2021 ein neuer Rekord von 60 Mrd. Euro erzielt; nach vorläufigen Angaben für die ersten vier Monate dieses Jahres legte das Volumen anteilig um weitere 7% zu.

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