Fotos: MTI/ Péter Lehoczky

Vulcan Shield Global

Dieses Projekt sprengt alle Dimensionen

Bis 2033 entsteht in Békéscsaba im Südosten des Landes für insgesamt 700 Mio. Euro eine High-Tech-Fabrik mit rund 2.500 Beschäftigten.

Diese Ankündigung machte am Freitag die Stadt gemeinsam mit dem Investor Vulcan Shield Global, vertreten durch CEO Jason Sun, und Außenwirtschaftsminister Péter Szijjártó. Nach Auskunft des Oberbürgermeisters der Hauptstadt des Komitats Békés, Péter Szarvas, hat es noch nie eine Investition von solchen Ausmaßen in der Stadt, ja nicht einmal im Komitat gegeben. Bislang tat sich Békéscsaba als eine der sichersten und lebenswertesten Städte des Landes hervor, die Abwanderung (vor allem der Jugend) bereitete jedoch große Probleme.

Alle Voraussetzungen geschaffen

Mit dem Bau der Schnellstraße M44 und der Hauptstrecke L120 der Eisenbahn wurden jedoch Voraussetzungen für eine bessere Anbindung geschaffen, nun wird auch die Entwicklung des Regionalflughafens ins Angriff genommen. Die niveauvolle Ausstattung der Berufsbildungszentren, an denen kompetente Lehrkräfte agieren, werde den Ansprüchen des Investors gerecht, meinte der OB. Im Hochschulwesen beginnt gerade die örtliche Ingenieurausbildung. Der eine örtliche Bürgerinitiative repräsentierende Kommunalpolitiker führte auf die guten Beziehungen zur Regierung zurück, dass die Stadt in ihrem Gewerbepark die vom Investor nachgefragten Flächen bereitstellen konnte. Nun soll der Nahverkehr in Richtung Norden und der Radweg auf 2 km Länge ausgebaut werden.

Produkte für viele Branchen

Das internationale Technologieunternehmen Vulcan Shield Global (VSG) gilt als Spezialist für hochentwickelte Produkte aus Keramik- und Aluminiumfasern, die eine enorme Hitzebeständigkeit aufweisen. VSG verfügt über Produktionsstätten in der chinesischen Provinz Guangxi. Die vielfältigen Produkte werden in der Automobilindustrie, im Flugzeugbau, im Energiesektor und in vielen anderen Branchen eingesetzt.

Im ersten Entwicklungsabschnitt des Werks in Ungarns Südosten sollen Keramikfasern gefertigt werden, die Temperaturen bis zu 1.600°C standhalten. Parallel entsteht ein zweites Werk für die Herstellung von Aluminiumoxidfasern. Diese beiden Projektabschnitte sollen bis 2029 realisiert sein und 1.200 Arbeitsplätze schaffen. Der dritte Abschnitt zielt auf die Fertigung eines neuartigen Materials für die Automobilindustrie. Bis 2033 plant VSG mit Fertigungskapazitäten von 10.000 t im Jahr sowie 2.500 Beschäftigten auf einem gigantischen Werkgelände von dann 140.000 m2.

Wirtschaftsgeschichte zu schreiben wird dotiert

Békéscsaba wird dank dieses komplexen Projekts zu einem „High-Tech-Industriezentrum“, weshalb die Regierung die Ansiedlung des Investors aus Singapur mit sage und schreibe 49 Mrd. Forint (125 Mio. Euro) fördert. Der Außenwirtschaftsminister sprach nicht zufällig davon, dass VSG in der Region Wirtschaftsgeschichte schreibe. Es sei das erste Werk der Gruppe in Europa, dessen Produkte „die erfolgreichsten Unternehmen des Kontinents“ kaufen werden, sagte Szijjártó und verwies auf Einsatzgebiete von der Weltraumindustrie über Automobil- und Flugzeugbau bis hin zu Solartechnik und Petrolchemie. Da diese Fertigung ohne großen F+I-Aufwand undenkbar ist, hoffe er auf weiterreichende Chancen für Ungarn, um auch auf diesem Gebiet zu punkten. VSG werde mit den regionalen Berufsbildungszentren kooperieren.

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