Foto: Lidl

Einzelhandel

Deutsche räumen ab

Lidl hat die Spitzenposition im hiesigen Einzelhandel 2021 weiter ausbauen können.

Die Bruttoumsatzerlöse der deutschen Diskontkette legten im vergangenen Jahr um rund 100 auf 922 Mrd. Forint zu, und damit nahezu doppelt so schnell, wie bei den Verfolgern Spar (792 Mrd. Forint) und Tesco (765 Mrd. Forint).

Das Trade Magazin veröffentlichte seine Rangliste der großen Einzelhandelsketten im FMCG-Segment, also für Waren des täglichen Bedarfs. Auf dieser Liste platzieren sich die einheimischen Akteure unmittelbar hinter dem Spitzen-Trio. Zwischen Coop (674 Mrd. Forint), CBA (569 Mrd. Forint) und Reál (433 Mrd. Forint) konnte sich nun Auchan (464 Mrd. Forint) hineindrängeln, welche Kette nach dem Einstieg der Indotek-Gruppe mittlerweile auch ungarische Kapitalanteile besitzt. Dahinter folgen die weiteren deutschen Diskontketten Penny Market (390 Mrd. Forint) und Aldi (384 Mrd. Forint) sowie die Drogerieketten DM (130 Mrd. Forint), Rossmann (115 Mrd. Forint) und Müller (57 Mrd. Forint).

Coop & Co schrumpfen, Discounter expandieren

Von der Dynamik her zeigte Lidl mit +12% das stärkste Wachstum, gefolgt von Auchan (+10%) und Rossmann (+9%). Am schwächsten wuchs die Coop-Kette (+3%), wobei die ungarischen Akteure immer wieder Filialen abstoßen. Die deutschen Diskontketten expandieren derweil. Aber auch sie können nicht mit der Dynamik mithalten, die Spar vorlegt, schreibt das Trade Magazin. Das könnte sich mit den neu verhängten Sondersteuern ändern, mit denen die Orbán-Regierung kaum kaschiert die Zielstellung verfolgt, den Vormarsch der ausländischen Ketten im ungarischen Einzelhandel zu stoppen und einheimische Akteure ins Spiel zu bringen.

Nahezu perfekte Penetration und Einkaufsintensität

Laut Marktforschungsinstitut GfK konnten die Diskontketten ihre Marktanteile erneut dynamisch auf nunmehr 31% steigern. Das erklärt sich nicht zuletzt aus ihrer enormen Penetration – sie sind für 96% der ungarischen Bevölkerung erreichbar – und aus der Einkaufsintensität, wonach ein durchschnittlicher Haushalt 69 Mal im Jahr einen der Discounter aufsucht. Den größten Warenwert pro Einkauf verzeichnen (mit 6.000 Forint) dessen ungeachtet wie gehabt die Hypermärkte. Einen anderen Trend misst GKI Digital: Der Online-Handel des FCMG-Segments schoss 2021 weiter nach oben, um gut die Hälfte auf 120 Mrd. Forint.

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