ZF
Deutsche oder ungarische Jobs?
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Wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf einen Artikel der „Saarbrücker Zeitung“ schreibt, wollte die Geschäftsleitung von ZF die Verlagerung der Produktion von Saarbrücken nach Ungarn geheim halten – diese Planspiele wurden aber nun vom Betriebsrat publik gemacht. Auf einer Sondersitzung des Wirtschaftsbeirats vorige Woche erfuhren Betriebsräte über die Pläne „betriebsbedingter“ Kündigungen am Standort; demnach soll ungefähr die Hälfte der 8.500 Arbeitsplätze in Saarbrücken auf dem Spiel stehen.
Das „Handelsblatt“ sieht nicht nur Arbeitsplätze in Gefahr, sondern auch einen drohenden „Bedeutungsverlust“ der Stadt, deren Oberbürgermeister sich bei der ZF-Spitze beschwerte, unzureichend informiert worden zu sein. Der CDU-Politiker führt die Hauptstadt des Saarlands seit 2019, saß zuvor bereits zehn Jahre im Stadtrat. Erst zu Jahresbeginn hatten die Stadtoberhäupter der deutschen ZF-Standorte am Stammsitz der Automobilgruppe in Friedrichshafen eine enge Abstimmung zwischen Konzern, Kommunen und Beschäftigten vereinbart. ZF verweist seit längerer Zeit auf die schwindende Rentabilität der Produktion in Deutschland, jeder vierte Arbeitsplatz ist demnach gefährdet – insgesamt bis zu 14.000 Stellen. Am 29. Juli tagt der Aufsichtsrat von ZF, dann will die IG Metall an zwei Dutzend Standorten in Deutschland protestieren.

Einfach die beschissene deutsche Politik ändern. Dann kann auch Deutschland wieder ein wenig am Katzentisch sitzen. Der Zug fürs Saarland ist aber abgefahren. Kann man platt walzen.