Fotos: MTI/ Noémi Bruzák

Rheinmetall

Das vierte Engagement in Ungarn

Am Dienstag hat die Tochtergesellschaft des deutschen Technologiekonzerns den Grundstein für ein neues Werk in Szeged gelegt.

Rheinmetall errichtet das mittlerweile vierte Werk in Ungarn in unmittelbarer Nachbarschaft zum Laserzentrum ELI-ALPS in Szeged. Es ist der erste Fertigungsstandort abseits der Rüstungsindustrie, denn in der südungarischen Metropole sollen zuvorderst Elektromobilität und Wasserstofftechnologie vorangetrieben werden.

Die Zukunft gewinnen

Dennoch hielt Verteidigungsminister Kristóf Szalay-Bobrovniczky (M.r.) die Festansprache bei der Grundsteinlegung, der erklärte: „Wir wollen die Zukunft für die Ungarn gewinnen.“ Der Düsseldorfer Mischkonzern bringe Spitzentechnologien nach Szeged und schaffe 300 Arbeitsplätze. Das neue Werk werde zugleich ein maßgebliches F+E-Projekt der EU darstellen. In Zusammenarbeit mit der Universität Szeged (SZTE) wolle Rheinmetall ein neues Ökosystem und eine Wissensbasis errichten, die junge Leute aus aller Welt anziehen dürfte, während junge Ungarn für dieses Know-how nicht mehr ins Ausland gehen müssten.

Verteidigungsminister Kristóf Szalay-Bobrovniczky in Szeged: „Wir wollen die Zukunft für die Ungarn gewinnen.“

Das erste Hybrid-Werk

Der Leiter der Geschäftssparte Rheinmetall Power Systems, Christoph Müller (M.l.), sprach vom ersten Hybrid-Werk des Rheinmetall-Konzerns, wo unter einem Dach Geschäftstätigkeiten ziviler Bereiche mit Rüstungstechnologien kombiniert werden. Rheinmetall hat Flächen von 95.000 m2 neben dem ELI-ALPS erworben, von denen mit einem Investitionsaufwand von 63 Mio. Euro zunächst bis Ende 2025 ca. 15.000 m2 überbaut werden.

Nicht mehr selbstverständlich

In Zalaegerszeg fertigt Rheinmetall mit seinen ungarischen Regierungspartnern Schützenpanzer, in Várpalota Munition (wofür die EU nun einen Fördertopf installiert hat). Außerdem wurde mit dem strategischen Partner 4iG in Budapest ein Digitalisierungszentrum eingerichtet. Das Hybridwerk in Szeged ist somit bereits das vierte Engagement von Rheinmetall in Ungarn, hob der Direktor hervor. Es soll Nanokondensatoren ebenso wie einzelne Bauteile für die Militärsparte von Rheinmetall Electronic Solutions produzieren. Müller bedankte sich bei der Regierung und der staatlichen Investitionsförderagentur HIPA für das investitionsfreundliche Umfeld, wie es heute in Europa keinesfalls mehr selbstverständlich sei.

Der parteilose OB László Botka (l.) erinnerte an die Anfänge des Laserzentrums, das einem einmaligen Schulterschluss der Stadt Szeged mit ihrer Universität aus dem Jahre 2007 zu verdanken ist. Das damals auf den Weg zu Weltruhm gebrachte ELI-ALPS fand bald die Unterstützung der Regierung und schließlich auch der EU. Der benachbarte Gewerbepark, in dem sich nun Rheinmetall ansiedelt, bietet Gesamtflächen von 70 ha.

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