BMW in Debrecen
Feierliche Einweihung der Fabrik

Der Ministerpräsident schlug in seiner Rede einen weiten Bogen von 1998, als er mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl die Grundlagen einer tiefgreifenden Zusammenarbeit der deutschen und der ungarischen Industrie niederlegte. Damals erträumten sich die beiden Regierungschefs in etwa eine Zukunft, die er heute sehen könne: zufriedene Deutsche, zufriedene Bürger Debrecens und einen gemeinsamen Stolz. Das Werk für die Neue Klasse von BMW sei hinsichtlich Größe und Qualität „fantastisch“ und „überwältigend“.

Von Gisela bei BMW …
Orbán meinte, sich des Erfolgs sicher zu sein, denn aus der Zusammenarbeit deutscher Automobilhersteller mit Ungarn könnten nur gute Dinge entstehen. Das hätten in den letzten Jahrzehnten Beispiele zur Genüge gezeigt, warum sollte das ausgerechnet mit BMW anders sein. Jedes Grundschulkind in Ungarn wisse im Schlaf, dass Gisella, die Gemahlin des staatsgründenden Königs der Ungarn, Stefan I., aus Bayern kam.
BMW sei ein beliebtes Modell in Ungarn, wo man gerne aufs Tempo drückt, dynamisch schaltet oder gar driftet, während man Stabilität und Sicherheit zu schätzen weiß. „BMW ist ein cooles Auto, so wie wir uns selbst gerne sehen.“ Die Regierung arbeite daran, dass sich immer mehr ungarische Familien einen eigenen BMW leisten können.

Die ungarische Art von „Willkommenskultur“
Der Ministerpräsident verwies aber auch auf die Herausforderungen, denen sich nicht nur die Automobilindustrie gegenübersieht. Der Verdrängungswettbewerb finde ebenso in anderen Branchen, ja sogar zwischen Staaten statt. Deutschland müsse sich wie Ungarn harten Fragen stellen, ob man noch wettbewerbsfähig produzieren könne, ob die Bürger noch arbeiten wollen und können?
Fragen wie jene, ob die politische Führung den Mut besitzt, die Interessen der Menschen zu vertreten, sich für den Schutz der Wirtschaft einzusetzen, bei Zöllen, grüner Transformation oder aber Energiepreisen. Wegen der unvorteilhaften Zollvereinbarung, die von Seiten der EU-Kommission mit US-Präsident Donald Trump getroffen wurde, müssten die Autos aus Debrecen z. B. um mindestens 15% effizienter gebaut werden, als würde die gleiche Tätigkeit in den Vereinigten Staaten verrichtet.
Seine Regierung biete Investoren ihre Art von „Willkommenskultur“, mit niedrigen Steuern, einem berechenbaren Umfeld sowie einem ideologiebefreiten, ergebnisorientierten Handeln. Ganz in diesem Sinne wünschte Orbán, dass BMW wie einst die von den Ungarn für ihren Fleiß und ihre Geschäftstüchtigkeit hochgeschätzten Siedler aus Bayern aus jedem Cent einen Euro machen möge.
Zipse: „Heute würden wir genauso entscheiden“
Von einem neuen Kapitel in der Geschichte von BMW sprach CEO Oliver Zipse, der im Herbst 2018 den Vertrag über die Investition noch als Produktionsvorstand unterzeichnet hatte. „Debrecen ist nicht einfach nur ein Werk für uns, es ist der Masterplan, wie wir in Zukunft Autos bauen wollen.“
In dem hochmodern, mit einer nagelneuen Prozess-Architektur angelegten Werk wird ein Modell der Neuen Klasse gebaut, das ein absolutes Novum darstelle. Das gesamte Debrecen-Projekt sei einmalig. Vor sieben Jahren traf man die Standortentscheidung für Ungarn und für Debrecen, und heute würde man diese Entscheidung genauso wie vor sieben Jahren treffen, erklärte Zipse.
„Debrecen hat die besten Fachkräfte der Welt zusammengeführt; unsere mehr als zweitausend Mitarbeiter vor Ort stammen aus 15 Ländern, die offiziellen Verkehrssprachen im Werk sind Ungarisch und Englisch.“
Starke Partner in Debrecen
Das Werk in Debrecen werde als Benchmark der Automobilindustrie gelten, zeigte sich der CEO der BMW Manufacturing Hungary Kft., Hans-Peter Kemser, überzeugt. Denn es setzt Maßstäbe in punkto Nachhaltigkeit: Das niedrige Niveau der Schadstoffemissionen kommt einem Weltrekord gleich.
Als man sich auf die Suche nach dem geeigneten Standort für das „Zukunftswerk“ begab, fand man in Debrecen starke, engagierte Partner, zuverlässige Zulieferer und eine hervorragende Infrastruktur. Neben den mehr als 2.000 Mitarbeitern wird das BMW-Werk, das zuerst virtuell und erst dann in der Realität entstand, auch in der Region mehreren tausend Menschen den Lebensunterhalt sichern.
„Das ist mehr als ein Werk, das ist ein Meilenstein des Fortschritts. Wir sind in Debrecen, in Ungarns Gesellschaft angekommen.”
Der Oberbürgermeister der Stadt, László Papp, zeigte sich begeistert, dass in Debrecen ein neuer Zeitabschnitt in der Geschichte der europäischen Automobilindustrie eingeleitet wird. Der Ministerpräsident hatte die rasante Entwicklung der Stadt Debrecen als beispiellos in ganz Ungarn genannt.
Während hier Industrie mit Zukunftstechnologien entstehe, steigt Debrecen gleichzeitig in die TOP3 der grünen Hauptstädte Europas auf. Papp meinte dazu: „Dieses Werk ist mehr als nur eine industrielle Investition der Fahnenträger einer historischen Mission, wie sich die Stadt der Zukunft in Harmonie mit dem angesiedelten Gewerbe entwickeln kann.“ In den letzten sieben Jahren haben sich die Industrieflächen verzehnfacht, in Gewerbeimmobilien mit mehr als 1 Mio. m2 Flächen kamen 21.000 Arbeitsplätze zustande.

BMW gab im Sommer 2018 bekannt, für 1 Mrd. Euro ein neues Werk in Debrecen zu errichten, das für die Produktion von 150.000 Pkw ausgelegt ist. Vier Jahre später erfolgte die Grundsteinlegung, Ende 2022 wurde das Projekt des Werks mit vollständiger Fertigungstiefe noch um eine eigene Batterieendmontage ausgeweitet. In diesem Frühling begann im fertiggestellten Automobilwerk die Montage von Prototypen, die Serienfertigung soll Ende Oktober starten. Die BMW Group stellt in 30 Werken weltweit mit mehr als 150.000 Beschäftigten rund 2,5 Mio. Autos und 200.000 Motorräder her.

Ein sehr guter Artikel von Herrn R. Ackermann über das neue und wahrscheinlich modernste
Automobilwerk Europas (der Welt vielleicht ??). Es ist ebenfalls eine Freude, den Chef, Herrn Premier V. Orban bei der Einweihung zu sehen, denn er hat die freiheitlichen Strukturen dort in Ungarn maßgeblich bewirkt.
Da kann man nur noch sagen: “Glück auf! “
BMW verabschiedet sich langsam aber sicher aus dem Grünen Reich, in eine bessere freiere Umgebung, maßgeblich durch Herrn Orban geprägt. Das Gute wird siegen.
Sie können daran etwas Gutes sehen?
Arbeitsplätze in Deutschland gehen verloren weil der Konzern lieber in ein Land geht wo die Löhne und Gehälter und wahrscheinlich auch die Steuern niedriger sind.
Des einen Freud, des anderen Leid. Die Bürger/Mitarbeiter sind da offenbar irrelevant, Hauptsache der Profit wird maximiert.
Haben Sie schon mal überlegt, dass für ein Unternehmen vielleicht auch Stabilität und eine konstruktive, unbürokratische Verwaltung sowie lernwillige und engagierte Menschen als potentielle Arbeitskräfte eine Rolle spielen könnte? Wenn es nur (!) um niedrige Einkommen ginge, wäre Ungarn sicher nicht Erste Wahl. Für die Entscheidung, eine Milliarde Euro zu investieren, genügen auch geringere Steuern nicht, zumal die jederzeit erhöht werden könnten.
Na sicher spielt das auch eine Rolle. Ohne Stabilität und geschulte Mitarbeiter keine Profitmaximierung. Den höchsten Stellenwert haben aber die Ausgaben für die Mitarbeiter und die Höhe der zu entrichtenden Steuern.