Rund 10.000 Kubikmeter Schlamm und Geröll müssen abgetragen werden. Foto: MTI/ Zoltán Mihádák

Sturmschäden

Vollsperrungen im Donauknie und bei Dombóvár

Der Sturm vor dem Wochenende richtete schwere Schäden an, allein am Donnerstag musste die Feuerwehr zu mehr als 200 Fällen ausrücken.

Besonders betroffen waren Budapest und sein Umland, aber auch die Komitate Baranya und Tolna im Süden sowie am Freitag Békés und Hajdú-Bihar im Osten des Landes.

Neben umgestürzten Bäumen und abgebrochenen Ästen sorgten extreme Niederschläge binnen kürzester Zeit für Ungemach: In und um Budapest kamen innerhalb von nur 20 Minuten rund 30 mm Regen herunter, im Mecsek-Gebirge waren es sogar 40-50 mm. Das Regenwasser verwandelte Straßen in reißende Flüsse, zahlreiche Fahrzeuge blieben stecken oder brachen auf unterspülten Fahrbahnen ein. In Pilisszentistván beschädigte der Sturm das Dach einer Schule; der Begleitregen setzte mehrere Räume unter Wasser.

Der Bahnverkehr kann voraussichtlich erst Mitte August wieder aufgenommen werden. Foto: MTI/ Zoltán Mihádák

Das gleiche Naturschauspiel noch einmal

Die Hauptstraße 12 im Donauknie musste voll gesperrt werden, nachdem sich Geröllmassen auf einer Breite von rund 1.700 m von den steilen Abhängen des Börzsöny-Gebirges lösten und die Straße sowie die parallel verlaufende internationale Eisenbahnlinie unter sich begruben. Es war bereits die zweite ähnliche Naturkatastrophe binnen weniger Jahre. Für Anrainer werden somit in bewährter Manier im Schienenersatzverkehr Donauschiffe im Dreieck Nagymaros-Visegrád-Zebegény eingesetzt. Die Schienenersatzbusse weichen von Süden her auf der Strecke Kismaros-Szob über Kóspallag-Márianosztra aus (die Fahrzeit verlängert sich deshalb auf 30-40 Minuten) bzw. bedienen nördlich die Strecke zwischen Szob und Zebegény.

Internationale Züge betroffen

Züge auf der Strecke Budapest-Szob verkehren nur bis Nagymaros, von wo sie zum Westbahnhof (Nyugati pu.) zurückkehren. Die internationalen Züge zwischen Budapest und Bratislava verkehren via Rajka oder Komárom; auch hier mit längeren Fahrtzeiten. Die Staatsbahnen MÁV gehen davon aus, dass der Bahnverkehr auf der Börzsöny-Strecke – zunächst eingleisig – erst Mitte August wieder aufgenommen werden kann. Bis dahin müssen rund 10.000 Kubikmeter Schlamm und Geröll von den Schienen und der Hauptstraße abgetragen werden. Mit dem Schulbeginn am 1. September soll der normale Bahnbetrieb wiederhergestellt sein.

Die Landstraße 611 bei Dombóvár musste wegen Unterspülung gesperrt werden. Foto: MTI/ György Varga

Auch eine Nebenstraße bei Dombóvár musste wegen Unterspülung gesperrt werden. Die Instandsetzungsarbeiten nehmen dort voraussichtlich einen Monat in Anspruch.

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