Bierkonsum
Ungarn in Katerstimmung
Laut Sándor Kántor, Präsident des Verbands der ungarischen Brauereien, ist der heimische Bierkonsum in den letzten fünf Jahren um 11% gesunken. Für dieses Jahr ist der reale Konsumrückgang im I. Halbjahr 2025 mit ca. 8% besonders deutlich, was sich freilich mit Sondereffekten erklären lässt. Das 2024 verpflichtend eingeführte Pfandsystem führte zu erhöhten Sicherheitsbeständen bei den Händlern, was den aktuellen Konsumrückgang dramatischer erscheinen lässt. Ein weiterer Grund für die schwachen Zahlen war der außergewöhnlich kalte Mai, denn der Bierkonsum ist stark wetterabhängig.
Die Brauereien hoffen nun auf einen warmen August, um die Bilanz etwas zu korrigieren. Doch laut Kántor liegt das Problem tiefer. Ein entscheidender Faktor ist der Wandel im Konsumverhalten der jüngeren Generation, die deutlich stärker auf ihre Gesundheit achtet, was sich auch im Alkoholkonsum niederschlägt. Gleichzeitig zeigt sich auch ein wachsendes Qualitätsbewusstsein. Der Absatz von günstigen, qualitativ einfacheren Bieren geht signifikant zurück, während Premium-Produkte immer beliebter werden. Mittlerweile macht der Anteil der Super-Premium- und Premium-Segmente mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes aus, während dieser vor fünf Jahren erst bei einem Viertel lag.

“..in Ungarn gibt es keinen Grund anzustoßen”.
Anstoßen mit Bier gilt in Ungarn seit 1849 als Verrat.
Denn die ausländischen Heeresführer haben den blutigen Sieg über die ungarischen Freiheitskämpfer von 1848 ausgiebig gefeiert. Und stießen dabei mit Bier an…