Gedenken an die Donau-Katastrophe vom Mai 2019. Foto: MTI/ Péter Lakatos

Donau-Tragödien

Stilles Gedenken in Budapest

Der einzige Überlebende des jüngsten Bootsunglücks auf der Donau hat schockierende Aussagen gemacht.

Mehrere Medien erreichten den Italiener, der mit schwersten Verletzungen in der Nacht des Unglücks am Donauufer entdeckt wurde und in ein Krankenhaus gebracht werden konnte. Der in Ungarn lebende Italiener sollte der einzige Überlebende bleiben, der Kapitän des Motorboots riss sechs Unschuldige mit in den Tod.

Der Italiener hatte erst kurz zuvor Bekanntschaft mit den Ungarn geschlossen, die ihm einen Transfer von Nagymaros nach Vác anboten. Der Mann stand hinten im Boot, als das Unglück geschah. Anfänglich fanden es alle noch witzig, wie wild der Bootsführer kreuz und quer über die Donau schoss. Dann schlich sich Angst ein, doch die Mitfahrer baten den Bootsführer vergeblich, das Motorboot abzubremsen. So hatte auch der Italiener Todesangst, bis es schließlich zu dem Drama kam: Nach einem weiteren wahnwitzigen Manöver konnte das Motorboot dem weit größeren Hotelschiff nicht mehr ausweichen und krachte an dessen Bug. Alle acht Insassen gingen über Bord, aber nur dem Italiener gelang es, sich trotz seiner schweren Verletzungen irgendwie an Land zu retten.

Am Mittwoch wurde in Budapest der Opfer der Schiffskatastrophe vom Mai 2019 an der Margaretenbrücke gedacht. Damals geriet ein kleines Ausflugsschiff unter den Brückenpfeilern in den Sog des Hotelschiffs „Viking Sigyn“, kenterte und sank binnen weniger Sekunden – 25 südkoreanische Touristen und die beiden Besatzungsmitglieder starben, nur sieben Touristen konnten lebend aus der Donau geborgen werden. Die Gedenkfeier wurde mit einer Schweigeminute für die sieben Opfer des jetzigen Bootsunglücks verbunden.

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