Aus dem Gerichtssaal

Pandemie clever ausgeschlachtet

Ahnungslose Ungarn wurden mit illegalen Medikamenten betrogen.

Die Staatsanwaltschaft von Tapolca hat einen 59-jährigen Mann aus Pápa und seine Lebensgefährtin sowie einen 59-jährigen Mann aus Győr wegen Medikamentenfälschung in einer kriminellen Vereinigung und gewerbsmäßigem Handel mit nicht zugelassenen Arzneimitteln angeklagt. Die Oberstaatsanwaltschaft des Komitats Veszprém teilte mit, dass die Angeklagten im Jahr 2021 während der Coronapandemie Arzneimittel mit dem Wirkstoff Ivermectin im Internet verkauften. Der Täter aus Győr beschaffte sich die unerlaubten Medikamente über das Internet, während sein Partner von März bis Oktober 2021 von Tapolca und dann von Pápa aus den illegalen Handel mit Medikamenten über das Internet fortsetzte. Er gab sich als Heilpraktiker, teilweise als Internist aus und informierte die Kunden über eine der Social-Media-Seiten.

Die Angeklagten kassierten 5.000 Forint pro Medikamentenverpackung aus dem illegalen Handel. Der Mann aus Pápa machte sich des Betrugs schuldig, nachdem er seine Kunden unqualifiziert über die Einnahme und Dosierung von Medikamenten, aber auch über die Behandlung anderer Krankheiten und Gesundheitsprobleme beriet. Sein Komplize aus Győr, der das aus dem illegalen Handel stammende Geld von einem Konto bei einem ausländischen Finanzinstitut an eine Firma überwies, die auf gewerblichen Handel mit Kryptowährung spezialisiert ist, muss sich zusätzlich vor Gericht wegen Geldwäsche verantworten. In ihrer Klageschrift beantragte die Staatsanwaltschaft beim Gerichtshof Tapolca, gegen die beiden Männer Gefängnisstrafen zu verhängen sowie die Beschlagnahme von durch die kriminellen Handlungen erlangten Vermögenswerten in Höhe von 8,5 Mio. Forint bzw. 23,3 Mio. Forint anzuordnen. Gegen die Lebensgefährtin des Mannes aus Pápa soll eine Bewährungsstrafe verhängt werden.

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