Im Balaton ist noch ausreichend Wasser vorhanden, eine bessere Alternative in der Hitze gibt es nicht. Foto: MTI/ György Varga

Wochenendwetter

Neuer Hitzerekord in Sicht

Seit Mittwoch hat die Hitzewelle auch Ungarn fest im Griff.

In der Spitze bedeutete das bislang Temperaturen um 35-38°C, am Samstag werden aber rekordverdächtige Werte jenseits von 40°C erwartet. Dieser Tag markiert zugleich den Höhepunkt der zweiten Hitzewelle dieses Sommers.

In der Tiefebene im Südosten des Landes kann die bedrohliche Marke von 40°C vereinzelt schon am Freitag erreicht werden. Der Allzeitrekord für den 22. Juli (40,3°C) dürfte aber noch nicht überboten werden; diese Bestmarke gilt seit 2007. Am 23. Juli wiederum war es noch nie wärmer als 39,0°C, die 2015 in Békéssámson gemessen wurden. Hier gehen die Meteorologen angesichts der Wetterlage davon aus, dass sich zahlreiche Messstationen an diesem Wert vorbeidrängeln werden. Aber nur jene mit einer Vierzig vor dem Komma dürfen sich auch Chancen ausrechnen, in das Wetterbuch der Rekorde eingetragen zu werden.

Warnung vor Ozon

Als wäre das alles nicht genug, warnen die Gesundheitsbehörden noch aus einem anderen Grund als den berüchtigten UV-Strahlen vor dem Aufenthalt im Freien. Es ist die zu hohe Konzentration von Ozon. Die Konzentration des für die Atemwege schädlichen Reizgases ist in den Mittagsstunden und am frühen Nachmittag am höchsten. Das deckt sich ungefähr mit dem Warnhinweis wegen gefährlicher UV-Strahlung, der allgemein zwischen 11 und 15 Uhr von jedem direkten Aufenthalt in der prallen Sonne abrät. In Sachen Ozon sollten schwere körperliche Arbeit und sportliche Aktivitäten besser unterbleiben. Leider wird sich die Luftqualität auch übers Wochenende nicht bessern.

Keine erfrischenden Nachrichten

Der Samstag wird deshalb als wärmster Tag dieser zweiten Hitzewelle vorhergesagt, weil dann eine Kaltfront anrückt. Die bringt auch manche Gewittergüsse, aber viel zu wenig und örtlich zu begrenzt. Der Wind weht eine Weile erfrischend, legt sich aber schon am Sonntag wieder zur Ruhe und überlässt erneut der Sonne das Terrain. Die Meteorologen haben wirklich keine erfrischenden Nachrichten parat: In der (wesentlich unsichereren) Langzeitvoraussage sind bis in den August hinein tropische Nächte und Tageshöchstwerte von 30-35°C zu erwarten. Was aber besonders tragisch ist: Es wird auch weiterhin keine ergiebigen Niederschläge geben.

Radikale Tierschützer in Aktion

Wegen des fehlenden Niederschlagswassers zeichnet sich längst eine ökologische Katastrophe ab. Bei Eger ist soeben der Fluss Tarna ausgetrocknet. Bis auf den letzten Tropfen. Es handelt sich nicht um ein kleines Rinnsal, in besseren Jahren gehörte die Tarna zu den dreißig wasserreichsten Flüssen des Landes. Die Tarna speist den Fluss Zagyva, dem nun das gleiche Schicksal droht. Umweltschützer wollten Anzeige gegen Unbekannt erstatten, bis sich ein Unternehmen meldete, das über eine Genehmigung zur Wasserentnahme verfügt. Der Zuchtbetrieb liefert Weinbauern wertvolle Rebenstöcke, brauchte also das Wasser für das eigene Überleben. Das Video des Regionalportals egerhirek.hu zeigt radikale Tierschützer in Aktion, die eine künstliche Staumauer entfernen, die der Agrarbetrieb anlegte, um das aufgestaute Wasser für eigene Zwecke abzupumpen. Der für dieses Jahrhundert prophezeite Krieg um das Wasser tobt bereits, und sogar mitten in Europa.

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