Aus dem Gerichtssaal

Mörder muss Entschädigung zurückzahlen

Ein morbider Kriminalfall hat eine weitere Wendung genommen.

Der Gerichtshof Debrecen verurteilte einen Schwerverbrecher nunmehr rechtskräftig, 20 Mio. Forint plus Zinsen an den Staat zurückzuzahlen.

Im März 1999 erschütterte ein brutaler Mord den kleinen Ort Újszentmargita an der Theiß. Die Täter erschlugen ihr Opfer mit Bewehrungsstahl, um eine Antenne (!) zu entwenden. Das Verfahren gegen den alsbald angeklagten Ferenc Burka und seinen gleichnamigen Sohn zog sich in die Länge; so dass die Beiden bereits sechs Jahre in U-Haft saßen, ehe Gerichte erster und zweiter Instanz aus Mangel an Beweisen auf Freispruch plädieren mussten.

Emsige Rechtsschützer machten sich sogleich für die Burka-Familie stark und holten 20+25 Mio. Forint an Schadenersatz für die nach ihrem Rechtsverständnis ungerechtfertigte Haftzeit heraus. Das Verfahren wurde später wegen neuer Beweise und Zeugenaussagen neu aufgerollt; 2018 erhielten die Täter mehrjährige Gefängnisstrafen.

Nachdem dieser Teil getan war, wagte sich der Staat an eine Klage, um das früher gezahlte Geld von den Mördern zurückzufordern. Gegen den Vater ist diese Klage nun durchgekommen. Inwieweit bei den Burkas noch Geld zu holen ist, sei dahingestellt.

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