Grippewelle
Hilfe der Bürger gefragt
Während wöchentlich Zehntausende Menschen mit grippeähnlichen Symptomen einen Arzt aufsuchen, genesen Hunderttausende zu Hause und bleiben somit in der Statistik unsichtbar. Die neue Forschung zielt darauf ab, diese Lücken mithilfe der direkten Beteiligung der Bevölkerung (Citizen Science) aufzudecken. Traditionelle Datensysteme erfassen nicht die Angaben zu Verhaltensmustern, Vorsichtsmaßnahmen und sozialen Kontakten, obwohl diese für eine präzise Modellierung von Epidemien unerlässlich sind.
Die SZTE-Studie untersucht nicht nur die Ausbreitung von COVID-19 und Grippe, sondern auch die Impfbereitschaft der ungarischen Bevölkerung. Die Teilnahme ist vollständig anonym, freiwillig und dauert nur zwei Minuten pro Woche auf der Website www.maszkmonitor.hu oder in der MASZK 2.0-App, die auf Mobiltelefone heruntergeladen werden kann. Für die mathematischen Modelle sind die Daten, die auf dem Höhepunkt der Epidemie erhoben werden, am wertvollsten, da die Infektionsdynamik zu diesem Zeitpunkt am deutlichsten sichtbar ist.
Da die Grippesaison derzeit ihren Höhepunkt erreicht, ist jede einzelne Angabe von besonderer Bedeutung. In Ungarn suchten Mitte Dezember binnen einer Woche 46.000 Menschen wegen grippeähnlicher Symptome einen Arzt auf, während die Zahl der akuten Atemwegsinfektionen 250.000 überstieg. Diese Zahl ging Mitte Januar nicht wesentlich zurück, als landesweit 45.700 Patienten wegen grippeähnlicher Symptome und 216.300 Patienten wegen akuter Atemwegsinfektionen einen Arzt aufsuchten.
