Das schöne Ungarn steht allen offen, die die hiesigen Gesetze und Gepflogenheiten respektieren. Foto: BZ / Jan Mainka

Ungarn für Neu-Ungarn, Teil 20

Flüchtlinge und Migranten

Der Ukraine-Krieg bringt seit vielen Wochen großes Leid über viele Menschen. Nicht zuletzt, dank der vielen Waffengeschenke, mit denen man die Selenskji-Regierung erfreut.

Gerade die deutschen Grünen sind da ja ganz vorne mit dabei. Der alte Pazifisten-Grundsatz „Keine Waffen in Kriegsgebiete“ hat bei ihnen seit den letzten Bundestagswahlen rasch ausgedient und einer grünen Kriegslüsternheit Platz gemacht. Ob aus tiefverwurzeltem Putin-Hass oder weil man Angst vor den Unverschämtheiten eines ukrainischen Botschafters hat, sei dahingestellt.

Keine Waffenlieferungen

Dagegen habe ich großen Respekt vor der ungarischen Einstellung, nämlich keine Waffen in die Ukraine zu liefern, denn Waffen verlängern jeden Krieg und fordern – das liegt nun mal in ihrer Natur – zusätzliche Opfer. Auch wenn die ganze EU wieder einmal gegen Orbán hetzt: der ungarische Premier kann morgens mit reinem Gewissen in den Spiegel schauen.

Während sich Ungarn bei Waffenlieferungen angenehm zurückhält, hat das Land hingegen im Vergleich zu Deutschland bisher ein Vielfaches an Flüchtlingen aus der Ukraine aufgenommen. Vornehmlich Frauen und Kinder. Und üblicherweise mit Pass. Von diesen humanitären Maßnahmen erfährt man in den bundesdeutschen Medien jedoch so gut wie nichts.

Demographische Probleme werden intern gelöst

Eine Aufklärung über Ungarns gegenwärtige humanitäre Aktivitäten, könnte ja Kratzer am insbesondere seit der Flüchtlingskrise 2015 sorgsam gepflegten Klischee vom „ausländerfeindlichen Ungarn“ hinterlassen. Damals unterließ es die ungarische Regierung, dem Beispiel der deutschen zu folgen und ihr Land für jeden Migranten zu öffnen, der Einlass begehrte.

Nicht zuletzt, weil sich Ungarn dafür entschieden hat, die auch hier herrschenden demographischen Probleme intern zu lösen. Ebenso den Facharbeitermangel. Und natürlich war und ist der ungarischen Regierung die Sicherheit ihrer Bürger nicht ganz egal.

Es gibt auch Migranten in Ungarn

Obgleich in Ungarn bei „Einwanderern“ etwas genauer hingesehen wird als etwa in Deutschland, gibt es freilich auch hier immer mehr „Migranten“. Zumeist im Rentenalter und vornehmlich solche, die kulturell auch passen. Also nix mit aggressivem Männlichkeitswahn oder patriarchalischen Errungenschaften wie Ehrenmord, Kinderehe, Vielehe oder Homophobie.

Die Migranten aus Westeuropa sind in Ungarn nicht zuletzt auch deswegen gern gesehen, weil sie nachgewiesen haben, dass sie dem ungarischen Staat nicht auf der Tasche liegen werden, und dass sie krankenversichert sind. Und natürlich auch, weil sie die hiesigen Gesetze und Gepflogenheiten respektieren.

Der Autor ist gelernter Diplom-­Physiker, machte dann aber die Musik und die Liebe zur Sprache zu seinem Beruf und wurde Kabarettist. In den vergangenen 40 Jahren stand er mehr als 6.000 Mal auf der Bühne und war in zahlreichen Fernsehsendungen zu Gast. Nebenbei schrieb er sechs Bücher. Seit 2020 lebt er mit seiner Frau in der Nähe des Balaton. Mehr zu Detlev Schönauer finden Sie in diesem BZ-Interview.

6 Antworten auf “Flüchtlinge und Migranten

  1. Der ehemalige polnische Präsident Lech Wałęsa gab dem französischen Nachrichtenfernsehen LCI ein Interview. Der Held des polnischen antikommunistischen Kampfes, der Gründer von Solidarność, hat in den letzten Jahren viele ziemlich seltsame und höchst kontroverse Äußerungen gemacht. Der 79-Jährige, einst legendärer Widerstandskämpfer, ist nun auf die Idee gekommen, die Bevölkerung Russlands zu spalten. All dies will er erreichen, indem er interne Kämpfe durch von außen provozierte Aufstände auslöst. Was den ohnehin schon langwierigen Krieg auf unbestimmte Zeit verlängern würde. Ohne Übertreibung kann der Vorschlag als schrecklich und lebensbedrohlich zugleich eingestuft werden. (origo.hu am 10.07.2022)

  2. “Auch wenn die ganze EU wieder einmal gegen Orbán hetzt: der ungarische Premier kann morgens mit reinem Gewissen in den Spiegel schauen.”
    Eine selbstherrliche, unintellektuelle Möchtegern-Elite in Deutschland glotzt in den Spiegel und liest den eigenen in Genderspache verfassten propagandistischen Müll.
    Hier ein aktueller youtube-Beitrag von Michael Lüders, den ich nur dringend empfehlen kann.

    Ukraine über alles? Über Moral und wirtschaftlichen Niedergang
    https://www.youtube.com/watch?v=xyQiw3f9zRQ

  3. Nun, in der USA traditionell die Waffengesetze sehr lasch. Gibt es dafür wenige Todesopfer, wenn jeder sich wehren kann? Nichtswohl. Immer mehr Waffen bringen mehr Tote. Ubriegens: in der Ukraine darf ab 2023 jeder! Waffen kaufen!
    Ein Großteil der von Westen gelieferten Waffen sind schon längst in Händen der Maffia und Terroristen. Interpol und CIA wissen es

  4. Sie sollten nicht immer an den Tatsachen vorbei schreiben und sich eine eigene kleine Welt schönreden. Klar gibts hier Migranten, Sie und auch ich sind ja auch Migranten. Desweiteren herscht hier seit geraumer Zeit ein Import von Arbeitskräften aus Ost und Fernost , weil die Ungarn ja nach Westen immigrieren. Ohne Waffenlieferungen wäre die Ukraine schon besetzt. Und dann ? Litauen, Lettland oder vielleicht sogar Ungarn ?

  5. Bescheidene Frage. In den letzten 20 Jahr wurden nach Ukraine IMMER Waffen geliefert.
    Seit der Unabhängigkeit von der SU ist die Zahl der in Ukraine lebenden Menschen – also in dem Vielvölkerstaat – die Einwohnerzahl von 53 Million auf ca 35 Million zurückgegangen. VOR DEM Krieg Russlands war in Ukraine der BIP halb so viel, wie in Russland – trotz Militär und sonstigen wirtschaftlichen Hilfen. Ich nehme an, hauptsächlich die Zahl der Ukarainer ist mächtig zurückgegangen. Wenn der Krieg noch lange dauert, WER KOMMT ZURÜCK von der Ukrainer?
    Ich verstehe sehr wohl, dass die Wirtschaftsleistung jetzt in diesem Jahr wider um 40 % zurückgegangen. WER WIRD ARBEITEN? Woher möchte Ukraine die Bevölkerung holen? Die russische Anteil ist trotz Krieg nicht so sehr zurückgegangen, also das Anteil der Russen wird noch höher. Wie nationalistisch sie sind, sie werden sicherlich nicht Moslems holen.
    Schlimm ist es.

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