Verkohlte Erde im Nationalpark Hortobágy bei Tiszafüred. Foto: MTI/ Zsolt Czeglédi

Dürre

Feuer und kein Wasser

Die Dürre führt auf der einen Seite zu Wasserknappheit und verschärft diese noch durch immer neue Brände. Im Umland von Budapest droht erneut ein Wassernotstand.

Die Bewohner zahlreicher Orte unweit der Hauptstadt wurden aufgefordert, sparsam mit dem kostbaren Nass umzugehen. Die Wasserwerke gaben die zweite Warnstufe bekannt, die für Üröm, Pilisborosjenő, Solymár, Pilisszentiván, Budakalász, Pomáz, Pilisszántó, Pilisszentkereszt, Pilisvörösvár, Csobánka, Szentendre, Tahitótfalu, Leányfalu und Nagykovácsi gilt. Nachdem in Solymár erst vor kurzem mehr als tausend Haushalte über Stunden und Tage ohne Wasser blieben, forderten die Behörden nun vorsorglich Unterstützung von Seiten der Armee an. Diese schleppt mit speziellen Tankfahrzeugen Wasser heran, das in Rückhaltebecken gefüllt wird, um für den in der Hitze steigenden Bedarf gewappnet zu sein. Seit Freitag ist es im Sinne des Sparregimes in den genannten Ortschaften verboten, automatische Sprinkleranlagen zu nutzen, Autos zu waschen und Schwimmbecken aufzufüllen.

Velence-See wird durchgelüftet

Dem Balaton droht noch kein Ungemach, weil der größte Badesee des Landes im Frühjahr halbwegs aufgefüllt war. Anders ergeht es dem  Velence-See: Dessen Wasserstand lag vor dem Wochenende mit 67 cm nur noch 4 cm über dem Rekordtief, das 1949 gemessen wurde. Seit einer Woche wird der Flachwassersee täglich in den Morgenstunden „durchgelüftet“, um eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff zu gewährleisten. Die Wasserexperten verweisen jedoch darauf, dass der Velence-See „ganz natürlich“ von Zeit zu Zeit austrockne. Weniger natürlich sei es, dass neun von zwölf Wasserdirektionen wegen der sinkenden Wasserstände in Alarmbereitschaft sind. Unter den großen Flüssen leide die Theiß unter den geringen Fließmengen, bei der Donau erweist sich derweil die steigende Temperatur als kritisch. Das AKW Paks benutzt die Donau bekanntlich zur Kühlung, was bei derzeit 25°C Wassertemperatur nicht mehr als optimal angesehen werden kann. Bei 30°C müsste die Energieerzeugung der Reaktoren runtergefahren werden.

Die Puszta brennt

Bei Kiskunhalas brannten vor dem Wochenende Nadel- und Mischwälder, mehr als 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um einzelnstehende Gehöfte zu schützen. Wegen eines unkontrollierten Feuers im Nationalpark Hortobágy musste die Hauptstraße 33 bei Tiszafüred am vergangenen Mittwoch zeitweilig gesperrt werden. Etwa 200 ha des Nationalparks waren von mehreren Brandherden betroffen.

Ein großflächiges Feuer bei Mezőtúr war am Sonntagnachmittag unter Kontrolle. Der Brand entwickelte sich seit Samstag auf einer Länge von 15-20 km und gefährdete Wohnhäuser, Gehöfte und Tierställe sowie Sonnenblumenfelder. Die Staatsbahnen MÁV mussten wegen des Feuers zwei Strecken zeitweilig stilllegen.

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