Der Verein stützt sich auf zahlreiche Freiwillige. Fotos: Magyar Élelmiszerbank Egyesület

Gegen Verschwendung

Die Lebensmittelretter

Der Verein „Lebensmittelbank“ hat allein im vergangenen Jahr in Ungarn mehr als 10.000 Tonnen Lebensmittel vor der Mülltonne gerettet und diese an Bedürftige gespendet.
26. Februar 2024 13:20

Ziel der Lebensmittelretter sei es, Produkte ausfindig zu machen, deren Haltbarkeitsdatum bald abläuft, deren Verpackung beschädigt ist oder die aus anderen Gründen unverkäuflich, aber für den Verzehr noch absolut geeignet sind. Seit seiner Gründung vor fast 20 Jahren habe der Verein mehrere hunderttausend Tonnen Lebensmittel bei Supermärkten oder Produzenten gesammelt und diese bedürftigen Menschen zukommen lassen.

Gerettete Lebensmittel helfen

Allein 2023 konnte der Verein Spenden im Wert von 15 Mrd. Forint verteilen, der sich dabei auf Freiwillige und ein Netzwerk aus 500 karitativen Organisationen stützt. Die Lebensmittelpakete gelangen in erster Linie zu sozialschwachen und betreuten alten Menschen, kinderreichen Familien und Alleinerziehenden, Obdachlosen, Menschen mit Behinderung sowie Heimkindern.

Die Lebensmittelspenden bestehen größtenteils aus Backwaren sowie Obst und Gemüse, aber auch erhebliche Mengen an Gemüsekonserven und Milchprodukten werden verteilt. Auf der Spendenliste sind ebenso saisonale und aus Werbeaktionen übriggebliebene Produkte zu finden. So wurden 2023 allein aus unverkauften Schokoladenfiguren zu Weihnachten und Ostern sowie aus anderen Süßigkeiten 30.000 Pakete für bedürftige Kinder zusammengestellt.

Anzahl von Bedürftigen wächst

Lebensmittel in diesen Mengen seien zuletzt vor der Pandemie verteilt worden, jedoch hätten damals bedeutend mehr Produkte zur Verfügung gestanden. Die Freiwilligen und die Partner des Vereins besuchen derzeit täglich 700 Geschäfte, doppelt so viele wie vor 2020. Ein Grund hierfür sei die verbesserte Lagerhaltungspraxis des Einzelhandels, was im Hinblick auf die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung wichtig ist. Die zunehmende Zahl an Bedürftigen stelle jedoch eine Herausforderung dar. Aus diesem Grund sei die Lebensmittelbank ständig auf der Suche nach Kontakten zu weiteren Produzenten und Märkten sowie neuen Möglichkeiten der Lebensmittelrettung.

Neue Partner im Gastgewerbe

Im vergangenen Jahr seien zahlreiche Kontakte zu Partnern im Gastgewerbesektor geknüpft worden. So würden bei Firmenveranstaltungen und in Schulkantinen unberührte Restspeisen abgenommen. Dies eröffne ganz neue Wege bei der Versorgung von Bedürftigen mit warmem Essen, was laut Planung das Spenden von Portionen im sechsstelligen Bereich ermöglichen könnte. Darüber hinaus blieben Kantinen und Caterern durch diese Praxis die Kosten für die Resteverwertung erspart.

In Ungarn fallen jährlich mehr als eine Million Tonnen überschüssige Lebensmittel an, in privaten Haushalten ebenso wie in Industrie, Einzelhandel und Landwirtschaft. Laut einer UN-Untersuchung sei die Lebensmittelverschwendung weltweit für 10% aller Treibhausgase verantwortlich.

Die Spenden erreichen über die Lebensmittelbank 250.000 Bedürftige im Jahr.

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