Achtung, Geldabheben kann mit Gebühren verbunden sein. (Foto: Archiv)

Kontoeröffnung in Ungarn

Das Bankkonto des Vertrauens

Egal wo auf der Welt Sie leben: um die Notwendigkeit eines Bankkontos kommen Sie nicht umher. Wenn Sie gerade vor der Verlegenheit stehen, ein Konto in Ungarn zu eröffnen, helfen wir Ihnen mit folgenden Tipps gerne weiter.
21. Oktober 2016 23:43

Bevor Sie sich für die Eröffnung eines Kontos in Ungarn entscheiden, lohnt es sich, die verschiedenen Banken und ihre Konditionen zu vergleichen. Zum Teil bestehen bei den Kosten sehr große Unterschiede, wie etwa bei den Kontoführungsgebühren, den Abhebegebühren und den Transaktionsgebühren. Die meisten Banken in Ungarn bieten die komplette Palette an Dienstleistungen an. Oft werden die Konditionen auf den ausländischen Kunden speziell zugeschnitten – die Flexibilität und Kulanz steigt, wie wohl überall auf der Welt, mit der Höhe Ihres monatlichen Einkommens.

Die erste Frage die sich einem potentiellen Kontoeröffner stellt ist, ob man ein Euro- oder Forint-Konto möchte. Am meisten Sinn ergibt die Eröffnung eines Forint-Kontos, wenn Sie sich dauerhaft in Ungarn aufhalten und Forintbeträge auf Ihr Konto erhalten. Viele Banken bieten zusätzlich dazu ein Euro-Konto an – jedoch häufig mit recht hohen Kontoführungsgebühren.

Serviceleistungen der Banken

Zu den Standardprodukten jeder Bank in Ungarn zählen: Kontoführung, Kredit-Dienstleistungen, Pensionseinlagen und Versicherungen. Auch der SMS-Service zählt zu den Grundangeboten, das konkret folgendes bedeutet: bei jeder Kontobewegung erhalten Sie eine SMS an Ihre private Hanydnummer. Dieser Service soll vor Missbrauch der Karte bei Diebstahl schützen. Wenn Sie diesen Service wählen, achten Sie unbedingt darauf, die Mindestsumme für den Erhalt einer SMS wohl überlegt anzugeben. Wenn Sie kein Limit festlegen, kann es Ihnen leicht passieren, dass Sie für jeden Jogurt, den Sie mit der Bankkarte bezahlen, eine Benachrichtigungs-SMS für etwa 40 Forint erhalten.

Wenn Sie eine Immobilie in Ungarn besitzen, können Sie bei jeder Bank ein Darlehen oder eine Hypothek beantragen. In der Regel beläuft sich der Darlehenswert auf höchstens 80 Prozent des Immobilienwertes. Erforderlich für ein Darlehen sind ein ungarisches Bankkonto, ein Gehaltsnachweis und eine Telefonrechnung. Sparkonten funktionieren in Ungarn ähnlich wie in Deutschland, der Zinssatz der Spareinlagen hängt von deren Laufzeit ab. In der Regel dürfen Sie kein Geld bis zum Ende der vereinbarten Sparlaufzeit abheben. Als zusätzlichen Dienst bieten Banken häufig Versicherungen an, wie etwa Reiseversicherungen oder auch Bausparverträge.

Wie man an sein Geld kommt

Was Transaktionen und Überweisungen betrifft, so bieten die meisten Banken mittlerweile Online-Banking an. Mithilfe dieses Services können Sie Ihre Kontoumsätze verfolgen, Überweisungen tätigen und zum Teil sogar die Prepaidkarte Ihres Handys aufladen. Das Online-Banking ist ein ebenfalls gebührenpflichtiger Service, allerdings kosten Überweisungen so weniger, als wenn Sie auf traditionelle Art einen Überweisungsschein ausfüllen.

Auch das Geldabheben funktioniert nach dem Prinzip der Gebührenpflichtigkeit – je nach Bank und Ihrem individuell gewählten Paket fällt eine Gebühr an. In der Regel übersteigt diese aber nicht die 100 Forint Marke. Es kann auch vorkommen, dass Sie nur einen bestimmten „Freibetrag“ im Monat haben, den Sie gebührenfrei abheben können – jede weitere Abhebung kostet etwas. Wenn Sie die Forint-Scheine schließlich in der Hand halten und sich den seitlichen Hologrammstreifen ansehen, dann sehen Sie dort das Werk eines Ungarn: Dennis Gábor hat die Holografie 1947 erfunden und erhielt für seine Arbeit 1971 den Nobelpreis für Physik.

Aller Anfang ist schwer

Wenn Sie sich nun gut über die verschiedenen Banken und ihre Angebote informiert haben, kann die Kontoeröffnung losgehen. Planen Sie ausreichend Zeit dafür ein und fragen Sie den zuständigen Berater nach englischen oder deutschen Versionen der Vertragsunterlagen –immer mehr Banken haben den Bedarf für ihre ausländischen Kunden erkannt. Am besten lassen Sie sich im Vorfeld einen Termin geben, dann ersparen Sie sich auch die zeitaufwendige Warterei. Um das zeitaufwendige Ausfüllen und Unterschreiben von Verträgen und Zusatzerklärungen (zum Beispiel eine Erklärung darüber, dass man kein Botschaftsangehöriger oder Vertreter einer ausländischen Partei ist) kommen Sie freilich auch so nicht herum. Nehmen Sie es mit Humor: Wann sonst bekommt man die Möglichkeit, sich wie ein Star bei einer Autogrammstunde zu fühlen?

Benötigte Dokumente für das Eröffnen eines Kontos (variieren von Bank zu Bank)

  • Pass oder Ausweis
  • Adresskarte (lakcimkártya)
  • Ungarische Steuernummer (oder Arbeitsvertrag)

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