Momentan gibt es einen Sonderanreiz fürs Autoummelden: Den attraktiven Literpreis von 480 Forint gibt es nämlich nur für Fahrzeuge mit ungarischem Kennzeichen. Foto: BZ / Jan Mainka

Ungarn für Neu-Ungarn, Teil 19

Auto ummelden

Ungarn ist mehr als eine Reise wert. Immer mehr deutsche Auswanderer sind dieser Ansicht. Und sind dann schnell mit einem Problem konfrontiert: Ummelden des Autos.

Schließlich kommen die meisten Auswanderer mit dem eigenen Wagen und müssen den innerhalb eines halben Jahres nach Ungarn ummelden. Zumindest dann, wenn sie ihren ersten Wohnsitz nicht mehr in Deutschland haben. Denn wenn man mehr als die Hälfte des Jahres in Ungarn lebt, dann muss man eine ungarische Zulassung haben.

Der Aufwand lohnt sich!

Natürlich ist die Ummeldung nicht billig, lohnt sich aber trotzdem, da die Betriebskosten viel günstiger sind als in Deutschland. So ist die Kfz-Steuer in Ungarn überaus günstig und auch die Versicherung kostet wesentlich weniger als in Deutschland. Seinen Schadensfreiheitsrabatt kann man sogar übertragen lassen.

Als zusätzlicher Bonus winkt momentan sogar der beträchtliche Sonderrabatt an ungarischen Tankstellen für Fahrer von Autos mit ungarischem Nummernschild. Für mich spielte aber auch noch ein anderer Gedanke eine Rolle: Wenn man sich für die neue Wahlheimat Ungarn entschieden hat, dann sollte man das auch nach außen zeigen.

Das internationale Ummelden geht natürlich nicht so einfach wie beim simplen Wohnortwechsel innerhalb Deutschlands, denn es handelt sich nicht nur um eine Neuzulassung in Ungarn. Das Einführen eines Fahrzeuges ist zunächst eine Zollangelegenheit: man importiert das Fahrzeug und muss es deshalb erst einmal verzollen.

„Es ist sehr kompliziert!“

Ich werde immer wieder gefragt, wie das mit der Ummelderei so geht. Also habe ich mich informiert und kann nur sagen: „Es ist sehr kompliziert!“ Voraussetzung ist zunächst, dass man in Ungarn gemeldet ist, und das man im Besitz einer Wohnkarte ist, der sogenannten Lakcím-Kártya.

Dann muss man zum Zollamt. Der TÜV nimmt die technische Überprüfung vor und stellt eine „Echtheitsbescheinigung“ aus, also darüber, dass das anzumeldende Auto auch mit dem in den Papieren identisch ist. Damit geht es wieder zurück zum Zoll, wo man die Zollgebühren bezahlt. Dann sucht man sich eine Versicherung aus und schließt dort einen Vertrag ab.

Erst dann geht es zur eigentlichen Anmeldung, zum „Okmányiroda“. Dort legt man den Stapel gesammelter Papiere vor: alter Kfz-Schein, TÜV-Bescheinigung, Versicherungsvertrag, Zoll-Papiere, Wohnkarte, Personalausweis… Man schraubt die deutschen Nummernschilder ab, zahlt die nächste Gebühr und erhält dann die neuen ungarischen.

Dann muss man aber noch einmal zur Versicherung, um dort das neue Kennzeichen eintragen zu lassen. Eine ganz schön aufwändige Hin- und Herfahrerei. Nach ein paar Tagen Stress ist das Auto dann aber komplett umgemeldet.

Ehrlich gesagt: mir war das alles zu kompliziert… Also habe ich mir ein Autohaus in der Nähe gesucht und das Auto abgegeben. Dann hat man sich dort um alles gekümmert. Nach zwei Tagen bekam ich mein Auto zurück, mit allen Papieren und den ungarischen Nummernschildern. So kompliziert war es dann doch nicht! Zumindest auf diesem Weg …

Der Autor ist gelernter Diplom-­Physiker, machte dann aber die Musik und die Liebe zur Sprache zu seinem Beruf und wurde Kabarettist. In den vergangenen 40 Jahren stand er mehr als 6.000 Mal auf der Bühne und war in zahlreichen Fernsehsendungen zu Gast. Nebenbei schrieb er sechs Bücher. Seit 2020 lebt er mit seiner Frau in der Nähe des Balaton. Mehr zu Detlev Schönauer finden Sie in diesem BZ-Interview.

2 Antworten auf “Auto ummelden

  1. Also einfach an den Tatsachen vorbei, und leider auch viel unwahres drin ! Stimmt einfach zu vieles nicht, um alles aufzuzählen. In den meisten Fällen haben Sie dann einen Nachteil, wenn Sie in Ungarn versichert sind, wenns zum Schaden kommt, da sind dann die deutschen Versicherer wesentlich schneller und flexibler.

  2. Zoll gibt es im EU-Binnenmarkt nicht.
    Es gibt eine Art Umweltsteuer, die bei der Neuzulassung verlangt wird – abhängig vom Alter des Fahrzeugs und der Schadstoffklasse.

    Da der bürokratische Aufwand so hoch ist, bieten Firmen einen Zulassungsservice an.

    Bei einem Unfall in Ungarn gelten übrigens nicht die deutschen Regeln: Mit dem Ausgleich des Wertverlustes darf man z.B. nicht rechnen, wenn einem jemand reinfährt.

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