Wetteraussichten
Ab Dienstag wird es heiß
Auf die heftigen Niederschläge von Anfang Juni folgte eine ruhigere Phase, mit wenig Regen und eher unterdurchschnittlichen Temperaturwerten. Am Wochenende nimmt die Gewitterneigung parallel zu den steigenden Temperaturen zu. Am Freitag regnet es zunächst leicht im Osten, ab Nachmittag auch zwischen Donau und Theiß sowie in West-Transdanubien. Am Samstag könnten sich die Regenwolken östlich der Theiß als stabil erweisen. Am Sonntag sind Gewitter am ehesten im Nordosten wahrscheinlich. Die Temperaturen bewegen sich an allen drei Tagen in der Spitze um 25°C (unter der Wolkendecke aber nur um 20°C), nehmen im Trend aber Tag für Tag leicht zu. Spätestens ab Dienstag rechnen die Meteorologen des Wetterdienstes OMSZ mit Temperaturen über 30°C, am Donnerstag könnten örtlich 34-35°C erreicht werden.
Situation, wie seit Jahren nicht erlebt
Die anhaltenden Regenfälle haben an den großen Seen für eine Situation gesorgt, wie sie Ungarn seit Jahren nicht erlebte: Am Velence-See wurde zur Wochenmitte ein Wasserstand von 109 cm registriert, gemessen an dem Rekordtief von 53 cm im vorigen Sommer. Der Balaton weist derweil einen Wasserstand von 121 cm auf, weshalb die Schleusen bei Siófok geöffnet werden mussten, um vorsichtig Wasser aus dem größten Badesee des Landes abzulassen.

Die Experten der Wasserwirtschaft merkten zu diesem Rekordniveau an, im Mai setze gewöhnlich ein Prozess des Verdunstens ein; in diesem Jahr war der Wonnemonat jedoch kühler als normal und extrem niederschlagsreich. Allein in den letzten sechs Wochen nahm der Wasserstand deshalb nicht wie erwartet ab, sondern um weitere 10 cm zu. Das bedeutet am Balaton einen Startschuss für die Badesaison 17 cm über normal sowie einen Monat Zeitaufschub, ehe das Wasser wieder zu verdunsten beginnt.
Es droht der Badewannen-Effekt
Seit Beginn der Messungen 1921 kam es nur in zehn Jahren zu vergleichbar hohen Pegelständen. Wird der See durch heftige Winde aus Nord-Nordwest aufgepeitscht, wie das am Plattensee durchaus immer wieder vorkommen kann, platscht das Wasser wie aus einer Badewanne über – mit unangenehmen Folgen für die Niederungen südlich des Balaton.
