Fußball
Zwei-Tore-Vorsprung in Dublin verschenkt
Das Spiel vor 50.000 Zuschauern in Dublin hätte nicht besser beginnen können: Nachdem die Iren den ersten Angriff der Ungarn schon abgewehrt glaubten, lupfte Styles den Ball ein zweites Mal in den Strafraum, wo Varga aus halblinker Position abdrückte und das Leder unter die Latte setzte. Der frühe Treffer gegen den Hauptrivalen um Platz 2 in Qualifikationsgruppe F gab den Magyaren das nötige Selbstvertrauen, die dem Gastgeber spielerisch überlegen waren. Das führte folgerichtig zum 2:0, das Sallai dank präziser Eingabe eines Eckstoßes durch Szoboszlai mit einem Kopfball vom vorderen Pfosten ins lange Toreck besorgte. Mit diesem beruhigenden Vorsprung konnten sich die Ungarn auf ihr geliebtes Konterspiel konzentrieren. Obgleich Irland nun besser ins Spiel kam, war man vor der Pause von einem Anschlusstreffer weiter entfernt als der Gegner vom dritten Tor, das wohl spielentscheidend gewesen wäre.
Dass dieses dritte Tor nicht fiel, sollte sich rächen: Nur wenige Minuten waren in der 2. Halbzeit gespielt, als Ferguson eine Flanke verwerten konnte. Die Ungarn reklamierten zurecht, dass die insbesondere in Kopfballduellen hart zur Sache gehenden Iren zuvor die zentrale Abwehr „weggeräumt“ hatten. Dieser Treffer hätte, wie Nationaltrainer Rossi monierte, nicht gegeben werden dürfen. Allerdings hätte der deutsche Schiedsrichter bei den Rangel-Szenen, die sich bei jeder einzelnen Standardsituation ergaben, auch locker mal einen Elfmeter für Irland pfeifen können. Doch nicht das 1:2 war das große Problem, sondern die rote Karte für Stürmer Sallai nur kurz danach, der meinte, sich für ein ungeahndetes Foul revanchieren zu müssen.
Fortan mussten die Ungarn den knappen Vorsprung in Unterzahl verteidigen. Irland zeigte weiterhin keine technische Finesse, suchte aber mit hohen Bällen, die im Minutentakt in den ungarischen Strafraum geschossen wurden, den Kopf der kampfstärksten Mitspieler. Ungarn, das anfangs noch mutige Konter über Bolla startete, der wiederholt am starken irischen Keeper scheiterte, verteidigte sich nun mit Mann und Maus. Bis zur Nachspielzeit, als eine dieser ungezählten Flanken im Zentrum ihren Abnehmer fand. Der Kampfgeist der Iren wurde spät belohnt, der Kampfgeist der zehn tapferen Ungarn leider nicht. Am Dienstag gilt ein ganz anderes Szenario, wenn sich das Rossi-Team in der Puskás-Arena dem Gruppenfavoriten Portugal stellen muss. Der ließ beim 5:0 am Samstag in Armenien nichts anbrennen und will sicher auch in Budapest die maximalen drei Punkte ergattern.
Irland-Ungarn 2:2 (0:2)
Torschützen: Varga B. (2.), Sallai (15.), Ferguson (49.), Idah (93.)
Rote Karte: Sallai (52.)
