Foto: MTI/ Szilárd Koszticsák

Nachruf

Turn-Olympiasieger tot

Am Montag ist einer der überragenden Turner des Landes gestorben. Szilveszter Csollány befand sich seit Anfang Dezember mit Covid-19 auf der Intensivstation.
24. Januar 2022 19:41

Der Olympiasieger, Welt- und Europameister wurde nur 51 Jahre alt.

Csollány wurde am 13. April 1970 in Sopron geboren. Seine ersten Turnübungen durfte er mit 5 Jahren in Győr vollführen. Mit 16 Jahren wurde er Turner beim Spitzenklub Dózsa im Budapester Norden, in Újpest. Mit 19 Jahren war er bereits Mitglied der Nationalmannschaft, ein Jahr später (1990) holte er die erste EM-Medaille – Bronze. Es folgten WM-Silber und der 6. Platz bei den Olympischen Spielen von Barcelona an den Ringen.

Csollány sagte offen, was er dachte – Trainer und Verband reagierten gereizt und blockierten seine neuerliche WM-Teilnahme. Der praktische Ausschluss aus der Nationalmannschaft provozierte den jungen Mann, in die USA zu gehen, wo er sich unter schweren Umständen als Nachwuchstrainer über Wasser zu halten versuchte, während er im Alleingang die Teilnahme an den Olympischen Spielen von Atlanta 1996 erstritt, wo er Silber gewann. Ein Jahr später kehrte Csollány in seine Heimat zurück, um nun wieder in geordneten Verhältnissen zu trainieren. Der Lohn für seine Mühen war Gold an den Ringen bei der EM 1998 und bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney. Zwei Jahre später folgte die Goldmedaille bei der einheimischen Weltmeisterschaft in Debrecen; damit nahm er Abschied vom Wettkampfsport.

Csollány hatte Mitte Oktober die Janssen-Schutzimpfung erhalten, Anfang November hatte er sich jedoch ernsthaft mit dem Coronavirus angesteckt. Wochen später musste er mit dem Rettungswagen von Sopron in eine Budapester Spezialklinik gebracht werden. Am 24. Januar verlor er den Kampf gegen das heimtückische Virus endgültig.

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