Szalai, Ádám
Die „Siegesfeier“ noch auf dem Platz – mit den wie immer großartigen Fans. Foto: MTI/ Tibor Illyés

UEFA Nations League / Deutschland-Ungarn

Traumtor von Szalai verhalf Ungarn zum Sieg

Ungarn hat die Traumserie in der UEFA Nations League fortgesetzt und nach England nun auch Deutschland auswärts niedergerungen.

Das einzige Tor des Freitagabendspiels in Leipzig erzielte Mannschaftskapitän Szalai: Nach Eckball von Szoboszlai überwand er Torhüter ter Stegen mit der Hacke. Gerade erst hatte der 34-jährige Szalai bekanntgegeben, sich nach dem abschließenden Montagspieltag der Nations League gegen Italien aus der Nationalmannschaft zurückzuziehen.

Trainer Marco Rossi zeigte sich darob wirklich wenig begeistert, weil der 34-Jährige als großartiger Kämpfer viel für die hohe Moral und den Kampfgeist dieser Mannschaft tat. Er wünschte Szalai jedenfalls einen anständigen Schlusspunkt unter seine Karriere im Nationalteam, am besten mit einem Treffer, wie es sich für einen Stürmer geziemt.

Im Trainer-Duell mit Hansi Flick hatte Marco Rossi (l.) am Ende gut lachen. Foto: MTI/ Tibor Illyés

Krasser Außenseiter bleibt Spitzenreiter

Aber was Szalai dann gegen Deutschland produzierte, hätte sich wohl selbst der temperamentvolle Italiener nicht zu träumen gewagt. Es war ein Tor von der feinsten Art, und nach 95 gespielten und durchkämpften Minuten obendrein das Einzige. Damit aber brachte der Treffer des Kapitäns den Ungarn weitere drei Punkte, mit denen sie die Gruppe A der Nations League auch einen Spieltag vor Schluss anführen! Und das als krasser Außenseiter, gegen die vielfachen Welt- und Europameister Deutschland, England und Italien!

Szalai, Ádám
Kapitän Ádám Szalai zelebrierte im 85. Länderspiel (damit hat er die Legende Ferenc Puskás eingeholt) seinen angekündigten Abschied mit einem Traumtor. Foto: MTI/ Tibor Illyés

In das Freitagspiel ging Ungarns Trainer Rossi weiterhin mit dem Mindestanspruch, um den Klassenerhalt zu kämpfen. Dafür wäre ein Punkt ausreichend gewesen, um nicht auf die Italiener angewiesen zu sein. Seine Landsleute bat Rossi auf der Pressekonferenz vor dem Deutschland-Spiel dessen ungeachtet um ausreichende Schützenhilfe, denn wenn England dort nicht gewinnen konnte, war Ungarns Platz in Division A gesichert. Mit dem eigenen Sieg seiner Ungarn in Leipzig wurde die Schützenhilfe überflüssig – ganz im Gegenteil hätten nun die Engländer helfen können, dass Ungarn vorzeitig die Gruppe gewinnt.

Ungarn-Italien am Montag wird zum Endspiel

So aber stellt sich die Konstellation vor dem letzten Spieltag in der Weise dar, dass in der ausverkauften Puskás-Arena vor 65.000 Zuschauern am Montag ein echtes Endspiel steigt: Ungarn-Italien um den Gruppensieg und damit die Teilnahme an der Final Four der Nations League Mitte 2023. Italien fügte den Ungarn in diesem Turnier die einzige Niederlage bei (1:2), muss aber auch in Budapest gewinnen, während den Ungarn für den Gruppensieg ein Unentschieden reicht.

In der 2. Halbzeit mehrten sich die brenzligen Situationen vor dem ungarischen Tor, Péter Gulácsi konnte seinen Kasten im 50. Länderspiel aber sauber halten. Foto: MTI/ Tibor Illyés

Das Spiel gegen Deutschland gibt allen Anlass zu Zuversicht, denn in Leipzig waren die Ungarn für den WM-Teilnehmer (und Titelaspiranten???) ein Gegner auf Augenhöhe. So sehr, dass unter 40.000 Zuschauern der ungarische Ultra-Fanblock mit gut zweitausend Mann das unüberhörbare „Hajrá Magyarország!“ durch die Red Bull-Arena schallen ließ.

In der 1. Halbzeit spielten die Deutschen nicht eine einzige Torchance heraus.  Nach dem zeitigen Gegentor musste sie immer wieder gefährliche Konter der Ungarn fürchten. Das änderte sich auch im zweiten Durchgang nicht, wenngleich die Gastgeber nun ihr gefürchtetes Pressing aufzogen. Aber mehr als ein Abseitstor sprang nicht heraus, während ter Stegen bei drei schnörkellos vorgeführten Kontern weitere Gegentore verhindern musste. So kassierte die Nationalelf im 14. Länderspiel unter Hansi Flick ihre erste Niederlage.

Der ungarische Fanblock sorgte für Stimmung in der Red Bull-Arena. Foto: MTI/ Tibor Illyés

Marco Rossi hat sich erneut als gewiefter Taktiker erwiesen, dessen Mannschaft mit der Aufgabe wächst. Das i-Tüpfelchen wäre freilich ein Sieg gegen seine Landsleute am Montag, um den Magyaren bei diesem für sie – die ewigen WM-Abstinenzler – wie geschaffenen Turnier die Krone aufzusetzen.

Tabellenstand vor dem letzten Spieltag:

  1. Ungarn 10 Punkte (8:3 Tore)
  2. Italien 8 (6:7)
  3. Deutschland 6 (8:6)
  4. England 2 (1:7).
Screenshot: M4

13 Antworten auf “Traumtor von Szalai verhalf Ungarn zum Sieg

  1. Rossi ist ein Glücksfall für den ungarischen Fussball. Er hat diese Mannschaft einfach perfekt auf / und eingestellt. Es bleibt zu hoffen, dass die dann auch mal in der Quali diese Tugenden abrufen, denn die WM werden sie leider vorm TV ansehen.

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  2. Frau Westermann, der Begriff “Die Mannschaft” wir ja nicht mehr verwendet. Es ist einfach wieder die Nationalelf. So wie die Engländer 3 Lions. Und im Fussball ist es wie im Leben, das ist eine Momentaufnahme, abgerechnet wird am Schluss. Ich freue mich für den ungarischen Fussball, da ich selbst in einer Fussballschule Jugendliche trainiere, das gibt einfach aufwind. Aber die Nations Leauge ist für die meisten Nationenj ein Klotz am Bein, mehr nicht. Für die Ungarn wirds wichtig wieder bei einer WM dabei zu sein. Ausserdem knieten die deutschen nicht !!!! Un din diesem Bericht gings rein um den Sport, nicht um Ihren Vewrfolgungswahn.

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    1. Glauben Sie nicht, dass DIE Mannschft an den DeutschN hängen bleibt?
      Ach meiner Erinneru g haben Die Mannschft u d die Löven fix gekniet.
      Wo ich Ihnen Recht gebe: die unzählige
      Spielen saugen die Spieler aus. Sie werden zum Fraß der TV Übertragungen bez. GELD geworfen.

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        1. Es sind 2 Sachen-
          1. Ich fand – und nicht nur ich ziemlich blöd, die Deutsche Nationalmannschat als “DIE MANNSCHAFT zu benennen. Dieser Name gibt keinen Sinn, genau, weil für alle Mannschaften gilt. Dieser Kunstname – wie Sie sagen – hat viel von “sich identifizieren” mit MEINER NATIONALMANSCHAFT zerstört. Genau, wie das Knien, Binden-Farbe und einiges mehr. Was ringt es, wenn DIE MANNSCHAFT mit Zug von Frankfurt bis Leipzig fährt, um “ein Zeichen” zu setzen, aber BIS Frankfurt fahren einige vermutlich mit Privatflugzeug und/aber mit xxPS Karossen?
          Sie konnten so viel Zeichen setzen, wie sie wollten – die deutsche Spieler spielten grottenschlecht. Und die Zuschauer haben sie auch Zeichen setzende Mannschaft nicht angefeuert.
          2. Für alle Länder wäre es gut, wenn in der LIGA-Klubs nur eine beschränkte Zahl ausländische Spieler sielen würden. So kaufen die – oft die finanziell starken Klubs oft in ausländischer Hand – die von finanziell ärmeren Ländern die von denen ausgebildete Spieler

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          1. Ich identifiziere mich mit dem Knien und der Kapitansbinde. Als ein Zeichen für die Vielfalt in unserer Gesellschaft, und gegen Rassismus. Das müssen Sie ja nicht. Und beim Namen von der “Mannschaft” waren von Anfang an alle Fussballfans dagegegen. Das hat der DfB letztendlich eingesehen. Der Est ist Business as usual, leider , wie in jeder Sportart. Es geht nur noch um die Kohle.

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  3. Glaube ich nicht, ich habe sie immer als Nationalelf in Erinnerung, Die Mannschaft war ein Kunstprodukt, von Anfang an zum scheitern verurteilt. Die Spieler un dihre Berater wollen halt auch immer mehr Geld, denen sind 15 Mio. Euro im Jahr nicht genug. Das Geld muss aber auch irgendwo verdient werden. Die sind halt zum grossen Teil mit ihrer Gier selbst Schuld. Wenn man sieht welche Summen die Scheichs mittlerweile ins Rennen werfen (PSG, MCI, Barca, usw.) da wird für den Rest schwer mitzuhalten.

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    1. Nun, man sollte in den NATIONALEN Liga einführen, dass maximal 40 % der Spieler Ausländer sein dürfen. Oder sollten die Clubs, die es nicht einhalten NICHT in der nationalen Liga auftreten.
      Bayern kauft Spieler, damit die andere sie nicht haben. Unmoralisch und hat mit Sport nichts zu tun. Natürlich nicht nur Bayern tut es.

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  4. Die Bayern geben dabei aber nur Geld aus, das sie mit dem Fussball verdient haben, da pumpt kein Staat Geld rein. Und auch der FC Bayern hat in letzter Zeit Spieler ablösefrei verloren. So ist das Geschäft. Da ist nichts unmoralisches dabei. das mit dem ausländeranteil hat sich erledigt. Das ist mit dem Arbeitsrecht nicht vereinbart. Rehagel hat dabei das richtige gesgt. Es gibt keine jungen oder alten Spieler, oder Deutsche und Ausländer, es gibt nur gute oder weniger gute Spieler, und die besten spielen. Ist in Ungarn nicht anders. (Siehe Fradi)

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