Ungarns Abwehr war löchrig wie ein Schweizer Käse – hier schauen alle Verteidiger nur zu, wie Gulácsi den zweiten Gegentreffer hinnehmen muss. Fotos: MTI/ Szilárd Koszticsák

Fußball-EM

Schweiz erwischt Ungarn auf dem falschen Fuß

Im ersten Spiel der ungarischen Nationalmannschaft gegen die Schweiz erlitten die Magyaren eine klare Niederlage.
15. Juni 2024 20:05

Vor dem Spiel in Köln waren beide Fanlager heiß auf die anstehende Partie und lieferten sich Sticheleien gegen die jeweils andere Kultur. Ein Schweizer stach mit dem Schild „Fondue ist besser als Gulasch“ aus der Menge heraus und verlieh dem sportlichen Duell eine kulinarische Note.

Als Unparteiischer war Slavko Vinčić mit seinen Linienrichtern im Einsatz, welcher schon das diesjährige Champions-League Finale zwischen Borussia Dortmund und Real Madrid leitete.

Eine Halbzeit komplett „verschlafen“

Das Spiel startete jedoch mit deutlich weniger Brisanz, als die Fans auf den Rängen sich das gewünscht hätten. Beide Mannschaften wirkten in der Anfangsphase nervös und verzeichneten Fehler im Aufbauspiel.

Nach 12 Minuten fiel aber plötzlich das 1:0. Duah traf nach einem präzisen Schnittstellenpass von Aebischer, während die ungarischen Verteidiger damit rechneten, dass der Schweizer im Abseits stand. Früh in Rückstand geraten tat sich Ungarn weiterhin schwer, überhaupt ins Spiel zu kommen.

In der 44. Minute wurden die vielen Fehler gnadenlos bestraft. Nach einem verstolperten Ball konnte Freuler auf Aebischer ablegen, welcher einfach mal abzog und mit einem präzisen Schlenzer ins rechte untere Eck traf. Der Mittelfeldspieler von Bologna markierte mit seinem ersten Treffer für die „Nati“ das 2:0.

Dreißig hoffnungsvolle Minuten

In der zweiten Hälfte schloss das ungarische Team zunächst „nahtlos“ an die peinliche Vorstellung der ersten 45 Minuten an; teilweise schlossen die Schweizer ihre Angriffe wie bei einem Übungsspiel ab. Dann aber gaben sie den Ungarn mehr Raum, die nun einige wenige Chancen herausspielen konnten. So auch in der 63. Minute, als Varga nach einer Sallai-Flanke im Fünfmeterraum relativ frei zum Kopfball kam, aber am Tor vorbei köpfte. Drei Minuten später machte es eben jener Varga besser und traf nach der Flanke von Kapitän Szoboszlai zum Anschlusstreffer (1:2).

Nun war die Partie plötzlich wieder offen und spannend. Die Magyaren bemühten sich redlich und gingen vermehrt ins Risiko, ohne dabei zwingend genug zu sein. Auch die sonst wirksame Waffe durch Standards blieb in diesem Spiel erfolglos. Die Schlusspointe sparte man sich für die Nachspielzeit auf, als Embolo nach einem missglückten Klärungsversuch von Orbán durch einen Lupfer über den Torwart das Endergebnis markieren durfte (1:3).

Fondue liegt schwer im Magen

So bereitete ein schwer im Magen liegendes Fondue den Ungarn ziemliche Bauchschmerzen, während sich die Schweiz mühelos drei wichtige Punkte für das Weiterkommen sicherte. Wenn die Magyaren im nächsten Spiel den zum Auftakt herausragenden EM-Gastgeber ärgern wollen, bedarf es von allen einer deutlichen Leistungssteigerung.

Die Schweizer Fans hatten auch nach dem Spiel allen Grund zum Jubeln.

Ein Gedanke zu “Schweiz erwischt Ungarn auf dem falschen Fuß

  1. Afrika mit rotem Kreuz hat mal wieder gewonnen. Und mit rumstehen wie in der 1. Hälfte gewinnt man eben keinen Blumentopf.
    Ungarn hat jetzt nix mehr zu verlieren und kann am Mittwoch gegen den Rest der Welt in die Vollen gehen.

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